Ein mit "Lebenskunde – Klasse 6b" beschriftetes Schulheft; © dpa/Henning Kaiser
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- Dritte Stunde Toleranz

Wertevermittlung in der Grundschule
Von Ursula Voßhenrich

Jude, Spast, Kartoffel – solche Schimpfworte sind in Berlin schon von Grundschülern zu hören. Häufig spielt die Religion dabei eine Rolle: Wer nicht fromm erscheint oder nicht an Gott glaubt, wird von Kindern aus muslimischen Familien zuweilen gemobbt. Oft wissen die Kinder aber nur wenig über ihre eigene Religion und die der anderen.

Wie gehen die Grundschulen damit um? Ist der Lebenskunde-, islamische und christliche Religionsunterricht der Ort, um über Werte und Konflikte zu reden? Der ist in Berlin freiwillig. Bei uns wird auch in Mathe Toleranz geübt, sagen die Pädagogen einer Neuköllner Schule, an der es gar keinen Religionsunterricht gibt. Häufig müssen auch Sozialarbeiter zwischen den Welten vermitteln, die in der Grundschule aufeinanderprallen. Denn wo, wenn nicht hier, lernen Kinder das Miteinander?