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- Wie wir werden, was wir sind

Über das Verhältnis von Genen und Umwelt

Von Ingeborg Breuer

Lange galt es in den Sozialwissenschaften als anstößig, davon auszugehen, dass im Erbgut eines Menschen bereits sein Verhalten, seine Erfolge und Misserfolge, seine Lebenschancen angelegt seien. Doch dass dies so ist, wird von Forschern mittlerweile kaum mehr bestritten. Aber auch wenn die Gene die Persönlichkeit eines Menschen prägen, heißt das nicht, dass das soziale Umfeld keine Rolle spielt. Die Umwelt, so veranschaulicht der amerikanische Soziologe Dalton Conley, könne nämlich dazu führen, dass "ein Gen für Aggression das Ghettokind ins Gefängnis und den Sprössling aus einem Herrenhaus in die Vorstandsetage bringen kann".