Volker Braun © dpa
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- "Wir zahlen Tribut an die tote Zukunft!"

Volker Brauns "Die Übergangsgesellschaft" – eine Erinnerung, 30 Jahre danach

Von Roland Schneider

Roland Schneider und die Übergangsgesellschaft © Gregor Baron
Bild: Gregor Baron

Volker Brauns "Die Übergangsgesellschaft" von 1982 – eine ebenso poetische wie zeitkritisch-unverblümte Überschreibung von Tschechows "Drei Schwestern" – gehört zu jenen legendären Theatertexten, die in der späten DDR einen radikalen politischen Wandel einforderten.  Bislang ungehörte Sätze waren zu vernehmen: "Die Revolution kann nicht als Diktatur zum Ziel kommen", resümiert der Altkommunist Wilhelm Höchst und der Schriftsteller Anton konstatiert: "Wir haben die Morgenröte entrollt, um in der Dämmerung zu wohnen."  

Ruth Reinecke; Foto: Gregor Baron
Bild: Gregor Baron

Uraufgeführt 1987 in Bremen, kam das Stück am 30. März 1988 am Berliner Maxim-Gorki-Theater erstmals auf einer DDR-Bühne heraus. - Die Sendung verknüpft Szenenausschnitte mit den Erfahrungen der Akteure (Autor Volker Braun, Regisseur Thomas Langhoff, der Darsteller und damalige Gorki-Intendant Albert Hetterle) mit den Reaktionen von Zuschauern und (deutsch-deutscher) Presse. Und sie lässt  mit der Schauspielerin Ruth Reinecke eine Protagonistin der "Übergangsgesellschaft" zu Wort kommen, die an jene legendäre Aufführung und deren Resonanz in der Vor-Wendezeit erinnert.