Terezia Mora; © Gregor Baron
Gregor Baron
Bild: Gregor Baron Download (mp3, 22 MB)

- Außenseiter und Heimatlose, prekäre Existenzen und Menschen auf der Suche

Das literarische Gespräch mit der Büchnerpreisträgerin Terézia Mora

Terézia Mora und Anne-Dore Krohn © Gregor Baron
Bild: Gregor Baron

Das Dorf nahe der österreichischen Grenze, in dem sie aufwuchs, war zwar klein, doch es gab immerhin eine Bibliothek und einen Buchladen. Ihre Mutter kaufte jedes Jahr die Bücher des aktuellen Literaturnobelpreisträgers. Und Terézia Mora las diese Bücher als Kind und Jugendliche und stellte sich vor, wie es wäre, selbst einmal Schriftstellerin zu sein.

Das ist wichtig, glaube ich, für jemanden, der von einem kleinen Dorf kommt, wo man der einzige war, für den die Literatur so wichtig war, da sind sie dann so der Paradiesvogel. Und eigentlich ist ihr Traum, in einem Umfeld zu leben, wo es noch andere gibt, die so sind wie sie. Und dieses Umfeld des Büchnerpreises ist gefüllt mit Leuten, die so sind wie ich. Ist das nicht wundervoll?


Jetzt bekommt Terézia Mora den Georg Büchner Preis, den wichtigsten Preis für deutschsprachige Literatur, vergeben von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Terézia Mora ist da angekommen, wovon sie als Kind geträumt hat.

Seit 1990 lebt sie in Berlin, übersetzt aus dem Ungarischen, u.a. Péter Esterházy und schreibt Bücher. Mit ihrer ersten abgeschlossenen Erzählung "Durst" gewann sie 1997 gleich den Open Mike, das erste Buch "Seltsame Materie", ein Erzählungsband, erschien 1999. Für ihre Romane und Erzählungen – mittlerweile sind sechs Bücher erschienen – erhielt Mora u.a den Ingeborg Bachmann Preis, den Preis der Leipziger Buchmesse, den Deutschen Buchpreis – und jetzt der Büchnerpreis.

Im Literarischen Gespräch spricht sie über ihr Aufwachsen in dem ungarischen Dorf, ihre Liebe zur Literatur, die Anfänge ihres Schreibens, den ersten literarischen Satz, den sie je schrieb und ihre Romanfigur Darius Kopp, einen IT-Vertreter, über den sie gerade den letzten Band einer Trilogie beendet hat. Und sie verrät schon vorab ein wenig aus der Dankesrede, die sie in Darmstadt halten wird.

Zum Weiterlesen

Terézia Mora

"Die Liebe unter Aliens. Erzählungen"
Luchterhand 2016

"Nicht sterben. Vorlesungen"
Luchterhand 2015

"Das Ungeheuer"
Luchterhand 2013

"Der einzige Mann auf dem Kontinent"
Luchterhand 2009

"Alle Tage"
Luchterhand 2004

"Seltsame Materie"
Rowohlt 1999