- 100 Jahre Frauenwahlrecht - 100 Jahre Antifeminismus

Von Astrid Springer

Je lauter Frauen ihre staatsbürgerlichen Rechte einfordern, desto stärker wird auch der Antifeminismus. Nicht von ungefähr erscheint bereits im Jahr 1900 das Traktat "Über den physiologischen Schwachsinn des Weibes" des Nervenarztes Paul Möbius - just in der Zeit, als Frauen den Zugang zum Medizinstudium fordern.

Die Beschwörung, dass geistig und politisch tätige Frauen die Familie und letztlich auch den Staat zerstören könnten, hat sich durch das gesamte vergangene Jahrhundert gehalten - und wird heute von Rechtspopulisten erneut aufgewärmt. Astrid Springer beleuchtet ein Phänomen, das längst nicht vergangen ist.

Bücher:

Ute Planert:
Antifeminismus im Kaiserreich - Diskurs, soziale Formation und politische Mentalität"

Vandenhoeck & Ruprecht, 447 Seiten, 1998, vergriffen, aber als Download im Internet: digi20.digitale-sammlungen.de

Andreas Kemper (Hrsg.):
"Die Maskulisten. Organisierter Antifeminismus im deutschsprachigen Raum"
,
Unrast Verlag 2012, 188 Seiten, 14 Euro

Isabel Rohner: "Spuren ins Jetzt:Hedwig Dohm - eine Biografie",
U. Helmer Verlag, 160 Seiten, 20 Euro