Walter Serner Preis 2018 - Preisverleihung am 10. Dezember im Lilteraturhaus Fasanenstraße, hier: Isabella Straub und Rolf-Bernhard Essig; © Thomas Ernst
Thomas Ernst
Bild: Thomas Ernst Download (mp3, 23 MB)

- Walter Serner Preis 2018

Auszüge der Siegertexte und der Laudatio von André Kubiczek

Die Schriftstellerin Isabella Straub und der Autor Rolf-Bernhard Essig sind am 10. Dezember im Literaturhaus Berlin mit dem Walter Serner Preis für Kurzgeschichten ausgezeichnet worden.

Isabella Straub erhielt den mit 4.000 Euro dotierten Haupt-Preis für ihre Geschichte "Sibirien", Rolf-Bernhard Essig einen mit 1.000 Euro verbundenen Sonderpreis für seinen Text "Überfahren". Die Laudatio hielt der Schriftsteller André Kubiczek.

Die Geschichte "Sibirien" von Isabella Straub erzählt das Schicksal einer Hochstaplerin namens Jacky, die versucht, sich aus ihrer prekären Existenz zu schummeln. Schauplatz ist ein Hochhaus, in dem die Protagonistin wohnt und ihren Lebensunterhalt verdient. Die Kurzgeschichte der 1968 in Wien geborenen Schriftstellerin überzeugte die Jury durch die "vordergründige Skurrilität" und ihren eigenwilligen Ton.

Die Kurzgeschichte "Überfahren" von Rolf-Bernhard Essig erzählt von einem seltsamen Berliner Kind, das sich in fremden Haushalten durchfuttert, indem es vorgibt, einen Unfall gehabt zu haben. Die Jury zeigte sich begeistert vom Witz und Humor der im Berliner Dialekt verfassten Erzählung. Der 1963 geborene Autor stammt aus Hamburg.

kulturradio und das Literaturhaus Berlin vergeben den Walter Serner Preis jedes Jahr. In diesem Jahr gingen etwa 520 gültige Bewerbungen ein. Gesucht wurden unveröffentlichte Kurzgeschichten, die in der erzählerischen Tradition von Walter Serner – dem 1942 ermordeten Dadaisten und Schriftsteller – sprachmächtig und scharfsinnig von "Hochstaplern" berichten.