Amos Oz © dpa / Drew Farrell /Photoshot
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Programmänderung zum Tode von Amos Oz - Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

Der israelische Schriftsteller Amos Oz ist im Alter von 79 Jahren gestorben. In Erinnerung an ihn senden wir den ersten Teil der Lesung seines Romans "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis". Es liest Ulrich Matthes.

Amos Oz galt als Galionsfigur der israelischen Friedensbewegung. Er setzte sich vehement für die Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern ein und wurde immer wieder als Kandidat für den Literaturnobelpreis genannt. Die israelische Besatzungspolitik hatte Oz immer wieder scharf kritisiert. Gleichzeitig betonte er Israels Recht auf Selbstverteidigung.

Die Schrecken des Krieges hatte Oz am eigenen Leib erfahren: Er kämpfte in einer Panzereinheit im Sechstagekrieg 1967 und dem Jom-Kippur-Krieg 1973. Der Vater dreier Kinder und mehrfache Großvater wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, darunter 1992 mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels, 2010 mit dem Siegfried Unseld-Preis und 2013 mit dem Franz-Kafka-Preis. Im Jahr 2014 erhielt er den erstmals vergebenen Siegfried-Lenz-Preis.

Geboren wurde Amos Oz 1939 unter dem Namen Amos Klausner in Jerusalem als Sohn jüdischer Einwanderer aus der Ukraine. Seine Mutter nahm sich das Leben, als er zwölf Jahre alt war. Dieses traumatische Erlebnis beschrieb er in seinem autobiografischen, später auch verfilmten  Roman "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis".