Emil Nolde (1867-1956), ca. 1952; © dpa/akg-images
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- Der entartete Nazi

Emil Nolde und die Arbeit am Mythos
Von Silke Hennig

Emil Noldes farbenprächtiges Werk erfreut sich größter Beliebtheit und hat einen festen Platz innerhalb der Moderne. Dass es im Nationalsozialismus als "entartet" galt, verdeckte dabei lange, dass der Maler selbst mehr als nur Sympathien für den Nationalsozialismus hegte: Der "deutscheste, germanische, treueste Künstler" diente sich dem Regime derart an, dass sein Kollege Ernst Ludwig Kirchner ihn abfällig einen "Conjunkturjäger" nannte.

Wie Nolde nach dem Krieg seine Rolle als Opfer der NS-Kulturpolitik vorteilhaft ausmalte, wird erst seit wenigen Jahren erforscht und ist nun Teil einer Ausstellung der Nationalgalerie, die auch der eigenen Rolle bei der Legendenbildung um Nolde nachspürt.