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- Claudia Pinl: Ein Cappuccino für die Armen

Gespräch mit Claudia Pinl, Autorin

In ihrem jüngsten Buch fragt die Frauenrechtlerin, Politikwissenschaftlerin und Journalistin Claudia Pinl danach, ob mit dem stärker werdenden Bürgerengagement die öffentliche Daseinsvorsorge abgebaut wird. Ihre These: Mit dem guten Willen der Menschen lassen sich gute Geschäfte machen. Öffentliche Gelder fließen an Agenturen, Organisationsberater, Stiftungen und Weiterbildungseinrichtungen, die Freiwillige motivieren, rekrutieren, ausbilden und vermitteln. Und wer keine Zeit für Gratisarbeit hat, trinkt einen Cappuccino und bezahlt einen weiteren für jemanden, der sich keinen leisten kann. Die Autorin wendet sich gegen die Rückkehr zum mittelalterlichen Mildtätigenwesen und plädiert dafür, den Sozialstaat wieder in seine Rolle als Garant gesellschaftlichen Zusammenhalts einzusetzen.

Buch:
Claudia Pinl: "Ein Cappuccino für die Armen: Kritik der Spenden- und Ehrenamtsökonomie"
PapyRossa Verlag, Taschenbuch, 159 Seiten, 12,90 Euro