"Das Glück des Zauberers", © Piper Verlag
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Roman - Sten Nadolny: "Das Glück des Zauberers"

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Hexen oder Zauberer sind oft düstere oder unheimliche Figuren - und es gibt in der Literatur viele von ihnen. Der Zauberer, von dem Sten Nadolny in seinem neuen Roman erzählt, ist einer, den man sich als Opa wünschen würde: Einer mit Humor, mit einem Augenzwinkern und viel Lebenserfahrung. Und doch bleibt man am Ende ratlos zurück. 

Es ist ein Ritt durch das 20. Jahrhundert, auf das der Zauberer Pahroc die Leserinnen und Leser dieses Romans mitnimmt. Als er entdeckt, dass auch seine Enkelin Mathilda die Gabe des Zauberns besitzt, beschließt der inzwischen über hundert Jahre alte Pahroc, ihr Briefe zu schreiben, um sie an seinen Erfahrungen als Magier teilhaben zu lassen und ihr von seinem langen Leben zu erzählen. Ein Briefroman, dem ein interessantes Gedankenspiel zugrunde liegt: Was darf, was soll der Mensch, wenn er (fast) alles kann?

Die Fähigkeiten eines Zauberers

In jedem Kapitel erzählt Pahroc seiner Enkelin von einer anderen Fähigkeit, die er als Zauberer erworben hat. Es beginnt mit der Fähigkeit, “einen langen Arm” zu machen, das heißt, z.B. ein Blatt von einem Baum zu pflücken, ohne sich zu bewegen. Er erzählt vom Schönheitszauber, dem Fliegen, wie es ist, sich unsichtbar zu machen, durch Wände zu gehen und schließlich: Weisheit zu erlangen.

Von 'Slapstick' bis zur 'Grenze des guten Geschmacks'

Doch dazu kommt es bei der Lektüre dieses Buches nicht. Wie schon in "Die Entdeckung der Langsamkeit" oder "Der Ullsteinroman", so erzählt der promovierte Historiker Sten Nadolny wieder eine Geschichte über Geschichte. An mancher Stelle wird das zum Slapstick, manchmal aber rührt es an die Grenzen des guten Geschmacks. Beispielsweise wenn Pahroc durch die Wand einer Gaskammer geht und zusieht, wie dort Menschen vergiftet werden.  

In seinen besten Momenten kippt der Roman ins Slapstickhafte. Doch Geschichten über Zaubertricks, erzählt in einem großväterlich-betulichen Ton sind über die gut 300 Seiten dieses Romans vor allem: ermüdend.

Julia Riedhammer, kulturradio

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