Grégoire Hervier: Vintage © Gregor Baron
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Roman - Grégoire Hervier: "Vintage"

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Ein bluesgetränkter Lesespaß - E-Gitarren aus dem Hause Gibson sind legendär. Im Roman "Vintage" wird einem jungen Journalisten und Gitarrenenthusiasten ein ganz besonderer Auftrag angeboten...

Noch gesuchter als die "Blaue Mauritius" ist die legendäre E-Gitarre "Moderne" der amerikanischen Firma Gibson. Ihr jagt der Held des Romans "Vintage" hinterher. Je näher er dem Mythos kommt, desto unerreichbarer und unheimlicher zeigt er sich. Der Roman führt tief in die Geschichte der E-Gitarren und des Blues hinein.

Der französische Autor Grégoire Hervier hat bereits zwei eher von Science Fiction beeinflusste Romane geschrieben. "Vintage" ist sein erstes auf Deutsch übersetztes Buch. Im Zentrum steht ein 1957 entworfenes E-Gitarrenmodell, das der Marke Gibson zu einem moderneren Image verhelfen sollte. Es kam jedoch nie über Prototypen hinaus, was angesichts seiner gewagten Form, etwa ähnlich einer Banane mit Haifischflosse, nicht verwundert. 

Ein bluesgetränkter Lesespaß

In "Vintage" wird ein junger Aushilfsverkäufer eines Pariser Gitarrenladens auf die Spur dieses Phantoms gesetzt und begegnet Gitarrenenthusiasten aller Art: spleenigen Millionären mit Privatsammlungen, verkrachten Bluesmusikern und Wissenschaftlern. In atemloser Hatz wird geforscht, gemordet und Gitarre gespielt und über die Mysterien des Blues sinniert. So liefert das Buch mehr als eine Anregung, alte Aufnahmen von Robert Johnson wieder rauszukramen. Ein bluesgetränkter Lesespaß, der zugleich ein Apell sein sollte, die derzeit vor dem Bankrott stehende Firma Gibson und ihr kulturelles Erbe zu bewahren.

Dirk Hühner, kulturradio

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