"Romy Schneider – Film für Film"; Montage: rbb
Schirmer Mosel
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Buch - "Romy Schneider – Film für Film"

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Bevor wir ihr in Gestalt von Marie Bäumer auf der Berlinale wiederbegegnen: Ein besonders schöner neuer Band ist dem großen Kinostar Romy Schneider gewidmet.

In ihrem Spielfilm "Drei Tage in Quiberon" erzählt Regisseurin Emily Atef von dem letzten großen Interview, das Romy Schneider einem Stern-Reporter gab – 1981 in einem kleinen Ort an der bretonischen Küste. In dem Berlinale-Wettbewerbsbeitrag spielt Marie Bäumer die späte, die verzweifelte Romy Schneider, die sich trotz vieler schlechter Erfahrungen mit der Presse auf eine Begegnung mit dem Journalisten Michael Jürg und dem Fotografen Robert Lebeck einlässt.

Ein Leben vor der Öffentlichkeit

In diesem Herbst würde Romy Schneider 80 Jahre alt werden. Ihren ersten Kinoauftritt hatte sie 1953 in "Wenn der weiße Flieder wieder blüht". Da war sie 15 Jahre alt. Ihren letzten Film drehte sie 1981. Einen Monat nach dem Kinostart starb sie, am 29. Mai 1982. In ihrem vier­undvierzigsten Jahr. Sie war – nach Marlene Dietrich – der größte deutsche Kinostar.

Und wie die Dietrich hat sie ihre großen Filme nicht in Deutschland gedreht, auch wenn sie hier als Sissy zum Superstar wurde. Eine Rolle, von der sie sich befreien konnte, als sie nach Paris ging – zu Alain Delon, mit dem sie 1958 in dem Film "Christine" gemeinsam vor der Kamera stand. Da war sie 20. Und spätestens ab diesem Zeitpunkt fand ihr Leben vor der Kamera statt – und vor der Öffentlichkeit.

Viel mehr als ein Kinostar

"Warum noch ein Buch über Romy Schneider?", fragt die Herausgeberin in ihrem Vor­wort und gibt die schlüssige Antwort: "Weil bis heute kein Werk vorliegt, in dem ihre ge­samte Filmo­graphie aufgearbeitet ist, und die braucht man, um zu verstehen, warum die Schau­spie­lerin wie auch Romy als Mensch in diesem Ausmaß zu Kultfiguren geworden sind. Romy Schneider ist viel mehr als nur ein Kinostar. Sie ist eine veritable Ikone, eine starke Sym­bol­figur für eine ganze Generation."

"Leicht wie ein Allegro von Mozart"

Romy Schneider hat dreiundsechzig Filme gedreht. Und jeder dieser Filme kommt in die­­sem schönen Band vor. Wir sehen die unschuldige Romy in "Wenn der weiße Flieder wieder blüht", einem Film, der damals in Deutschland mehr Besucher ins Kino lockte als "Vom Win­de ver­weht", begegnen der jungen selbstbewussten Frau, der befreiten, der trau­ri­gen Frau.

Einer ihrer Lieblingsregisseure Claude Sautet hat über sie gesagt: "Sie ist leicht wie ein Allegro von Mozart und zugleich körperlich und sinnlich." Beides vermittelt sich über die Fotos und ihre Rollen, von denen hier ausführlich und kenntnisreich die Rede ist.

Ein besonders schöner Band, der auch vom Leben erzählt von den 1950er bis in die 1980er Jahre, von den Rollen einer Schauspielerin und den veränderten Frauenrollen dieser Jahre.

Manuela Reichart, kulturradio

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