Sven Recker: Fake Metal Jacket © Nautilus
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Roman - Sven Recker: "Fake Metal Jacket"

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Ein Kriegsreporter, der angeblich ganz nah dran ist, in Wahrheit aber seine Syrien-Flüchtlingsberichte auf einem See in Brandenburg dreht und seine Informationen aus dem Internet bezieht.

In Lybien beginnt die Betrugsgeschichte des Helden. Da ist er noch vor Ort, wohnt im Hotel, in dem alle westlichen Journalisten untergebracht sind und tauscht sich mit ihnen aus. Alle drehen letztlich dieselben Bilder, haben dieselben Informationen. Bald nutzt er aber nur noch eine Quelle, seine einheimische Hilfskraft schlüpft für ihn in die Rolle des Oppositionellen, des Schleusers, des Kriegsopfers. Als er später wieder in Berlin ist, perfektioniert er seine Fake News-Manufaktur.

Stimmiges Lehrstück

Er berichtet nun vermeintlich aus Syrien, bezieht die Informationen aber aus dem Netz, dreht Reportagen, die angeblich vor Ort aufgenommen sind, in Wahrheit jedoch mit afghanischen Flüchtlingen auf einem See in Brandenburg gedreht wurden. Sich selber inszeniert er dabei stets als rasenden mutigen Reporter. Und er hat großen Erfolg in den Medien, schließlich steht er auf der richtigen Seite: für die Freiheit, gegen Assad. Bis er sich plötzlich auf der anderen Seite wiederfindet und seine Fake News nun für die Assadschergen drehen und in die Welt schicken muss.

Sven Recker, der selber in Krisenregionen gearbeitet hat, entwirft ein stimmiges Lehrstück über vermeintlich authentische Informationen, die medial leicht zu inszenieren sind, Bilder, deren Wahrheitsgehalt niemand nachprüft. Der Verlag wirbt mit dem einleuchtenden Satz: "Ein schwarzer Roman über die Wahrheit im Zeitalter ihrer technischen Produzierbarkeit".

Manuela Reichart, kulturradio

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