Felix Jackson: Berlin, April 1933; Montage: rbb
Weidle Verlag
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Zum Wiederlesen empfohlen - Felix Jackson: "Berlin, April 1933"

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Felix Jackson schildert die Atmosphäre in den ersten Jahren der Nazi-Herrschaft. Wie verhält sich der Roman zu seiner Biografie?

Im Herbst 1933 ging Felix Joachimson ins Exil und arbeitete in Österreich und anderen europäischen Ländern, bis er 1936 schließlich in die USA emigrierte – zusammen mit anderen Künstlern, die ihre Zukunft in Hollywood suchten – und fanden.

Aus Joachimson wurde der Drehbuchautor Jackson. Seinen Roman über die Zeit nach der Machtergreifung der Nazis schrieb er auf Englisch. Er erschien 1980 und sollte nach dem Willen des Autors nie auf Deutsch erscheinen. Schließlich willigte er ein, starb aber vor der Publikation in Deutschland 1993.

Hauptfigur des Romans ist der erfolgreiche Anwalt Hans Bauer, der, als ein Ariernachweis von ihm verlangt wird, entdeckt, dass er einen jüdischen Urgroßvater hatte. Er bekommt über persönliche Beziehungen die Option, als Arier durchzugehen – gegen den Preis der Kollaboration und des Verrats. Jackson erklärte, das Buch beruhe auf tatsächlichen Ereignissen, und viel wurde gerätselt, welche reale Person sich hinter welcher Figur verbergen mochte.

Aber das Packende an Jacksons Geschichte ist, wie er die langsame oder auch schnelle Wandlung dieser ganz normalen Menschen beschreibt, wie das Nazitum zur Normalität und die Brutalität zum Alltag wird, wie sich die Beziehungen alter Freunde, Bekannter und Kollegen verändern.

Das liest sich so erschreckend wie realistisch – zumal im Licht des Mottos, das der Weidle Verlag seiner aktuellen Neuausgabe vorangestellt hat: Wenn wir von gestern reden, sprechen wir von heute und morgen.

Katharina Döbler, kulturradio

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