Sven Oliver Müller: Leonard Bernstein; Montage: rbb
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Biografie - Sven Oliver Müller: Leonard Bernstein

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Von seinem ersten Auftritt als Einspringer 1943 in der Carnegie Hall bis zu seinem Mauerfall-Konzert in Berlin hat Leonard Bernstein eine überwältigende Wirkung entfaltet. Die Biografie von Sven Oliver Müller geht dem Charisma von Bernstein nach und setzt es in Beziehung zu Technik, Marketing, Gesellschaft und Politik.

Im Zentrum des Buchs steht die Wirkung von Leonard Bernstein. Aufgefächert wird dieser Ansatz in zehn systematischen Kapiteln, die zum Beispiel dem Dirigenten, dem Komponisten und dem Politiker gewidmet sind. Sven Oliver Müller ist Historiker mit soziologischem Einschlag und hat sich bisher Themen gewidmet, die Publikums- und Massen-Bewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts betreffen. Sein Blick zielt nun auf den Beweger Bernstein, der die Medien und das Publikum mit schierer Energie und Leidenschaft lenken konnte. Ob Bernstein Eklektiker oder Süchtiger war, muss am Ende offen bleiben.

So viele Details bis hin zu Bernsteins Frühstücksgewohnheiten hier auch zusammengetragen sind – über den Musiker erfährt man leider nur wenig. Sowohl Bernsteins Kompositionen als auch seine Interpretationen werden nur knapp umrissen und wenig sachkundig erläutert. Über eine Schubert-Aufnahme ist zum Beispiel zu lesen, sie sei "weniger von Strenge als von Dramatik" geprägt.

Für eine sachliche Orientierung zum im August anstehenden hundertsten Geburtstag bietet das Buch genügend Anhaltspunkte. Es umreißt auch treffend die ganz neue Rolle, die Bernstein für sich gefunden und verkörpert hat. Das von verschiedenen Seiten beleuchtete und immer wieder beschworene Charisma hilft schließlich sogar über die musikalischen Schwächen des Buches hinweg.

Dirk Hühner, kulturradio

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