Barbara Aschenwald: Lichter im Berg
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Belletristik - Barbara Aschenwald: Lichter im Berg, Elf und eine Erzählung

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Das Buch gegen die Sommerhitze: Einfühlsame Erzählungen aus den Tiroler Bergen

Ein literarischer Tribut

Im kleinen Bergdorf Galtür spielen die neuen Geschichten der Tiroler Autorin, die in diesem Buch auch von realen Begegnungen erzählt, die sie dort hatte, denn sie war einer Einladung des Bür­germeister gefolgt: 2016 – zehn Jahre nachdem sie als Stipendiatin zum ersten Mal im Ort gewesen war und sich hier wohl gefühlt hatte. Dieses Mal verband sich mit ihrem Aufenthalt eine beson­dere Auf­gabe, ein geburtstäglicher Anlass. Der beliebte Wintersportort feierte seinen 111.Geburtstag. Barbara Aschenwald sollte ihm literarisch Tribut zollen.

Geschichten vom Leben im Bergdorf

Und das tut sie mit diesen Geschich­ten, die vom Leben im Bergdorf erzählen, dem Licht dort und dem Schnee, von Abgeschie­den­heit und Eigensinnigkeit und von der Sehnsucht der Städter nach der Berg­einsam­keit, von Touristen und Einheimi­schen - und nicht zuletzt von der Suche nach dem richtigen Le­ben. Die Autorin nähert sich einfühlsam den Menschen und ihrem Alltag, ihren Sorgen und Hoff­nungen. Dabei bedient sie niemals Klischees, verklärt das überschaubare Dorfleben nicht, lässt auch Raum für Irritationen und Fremdheit. Sie bleibt stets nahe bei ihren Protagonisten und erzählt von de­ren Innenzuständen, in dem sie immer wieder nach draußen schaut. Und manchmal geht es mit ihnen auch in die Stadt. Dort liegt etwa eine alte Frau aus Galtür im Sterben. Zwei Kranken­schwe­stern kümmern sich um sie, wünschen sich einen raschen Tod, damit sie ihren abendlichen Alltag rechtzei­tig bewältigen können. Zu Hause im Dorf sitzen währenddessen Mann und Sohn und Schwieger­toch­ter und warten, hier wird die Tote dann in ihrer Stube aufgebahrt werden, und es gibt die Zeit, die es immer schon brauchte, um Abschied zu nehmen.

... ohne Idealisierungen

Diese Geschichten idealisieren das abgeschiedene Dorfleben nicht, auch wenn die Stadt zweifellos lauter und grauer ist und die Menschen manch­mal verrückt macht. Man ver­steht jedenfalls den Mann, der in einer Geschichte, die Unzufriedenheit und Überspanntheit seiner Frau geflohen, der aus Bran­denburg nach Galtür gekommen ist, um sich über sein Leben und seine Liebe klar zu werden. Die Hö­henluft hilft ihm, seine Gedanken zu ordnen.

Manuela Reichart, kulturradio

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