Benjamin Tienti: "Unterwegs mit Kaninchen"
Dessler Verlag
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Kinderbuch - Benjamin Tienti: "Unterwegs mit Kaninchen"

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Für sein Kinderbuchdebüt "Salon Salami" wurde der Berliner Autor Benjamin Tienti 2018 mit dem deutsch-französischen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Jetzt ist sein zweites Kinderbuch erschienen. Darin trampen zwei Kinder mit einem Kaninchen in einer Kühlbox quer durch Deutschland.

Andrea ist ein schüchterner Junge mit einem Mädchennamen, der am liebsten für seinen alleinerziehenden Vater kocht oder mit seinem Kaninchen Maikel in einem Pappkarton liegt, um aufzutanken. Doch dann ziehen Fidaa und ihre Mutter bei den dreien ein. Fidaa lässt Maikel aus Versehen fallen und das Kaninchen bricht sich die Pfote. Als der Tierarzt vorschlägt, das Kaninchen einzuschläfern, haut er Junge von zu Hause ab und macht sich auf den Weg zu seiner Mutter nach Süddeutschland. Mit Kaninchen Maikel in einer Kühlbox.

Roadtrip mit Kaninchen in der Kühlbox

Fidaa folgt den beiden und es beginnt ein spannender Roadtrip, auf dem die beiden Kinder quer durch Deutschland trampen, viele skurrile Leute treffen und am Ende bei Andreas Mutter landen, die als Heilerin in einem Öko-Dorf lebt. Sie müsste das Kaninchen doch eigentlich gesund machen können.

Die Geschichte geht ins Herz

Benjamin Tienti schreibt sehr unterhaltsam. Seine Geschichte ist abwechselnd lustig, spannend und geht manchmal direkt ins Herz. Wenn man sich in Andrea hineinversetzt, den schüchternen Jungen, der im Laufe der Reise immer wieder über seinen Schatten springen muss, um sein geliebtes Kaninchen zu retten. Benjamin Tienti schreibt aus seiner Perspektive, aber ab und zu meldet sich auch das Kaninchen aus der Kühlbox zu Wort und schildert in witziger und unterhaltsamer Art seine Sicht der Ereignisse.

Das Thema Freundschaft steht im Vordergrund

Benjamin Tienti schreibt in seinem Kinderbuch ganz beiläufig über Themen wie Scheidung, Migration, Einsamkeit oder häusliche Gewalt. Im Vordergrund steht aber die Freundschaft zwischen Fidaa und Andrea. Denn obwohl sie sich zunächst nicht leiden können, freunden sich die beiden Kinder im Laufe der Reise an und profitieren beide davon. Der Junge wird immer mutiger und lernt, seine Gefühle rauszulassen. Das kratzbürstige Mädchen, das immer besonders taff sein will, kann zeigen, dass es auch eine nette und hilfsbereite Seite hat. Freundschaft ist am Ende auch der Schlüssel für ein Happy End, das aber völlig anders aussieht als gedacht.

Sarah Hartl, kulturradio

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