Young Euro Classic © Kai Bienert | MUTESOUVENIR
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Konzerthaus Berlin - Young Euro Classic: I, Culture Orchestra

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Junge Musiker aus Armenien, Aserbaidschan, Weißrussland, Georgien, Moldau, Ukraine  und Polen spielen Musik aus ihren Heimatländern.

Das I, Culture Orchestra (der Name blieb auch nach Studium des Programmzettels und der Einführung der Patin des Abends, Gesine Cukrowski im Nebel) vereinigt junge Musiker aus Armenien, Aserbaidschan, Weißrussland, Georgien, Moldau, Ukraine  und Polen - alles Staaten mit einem mehr oder weniger problematischen Demokratieverständnis. Dass hierzu auch Polen zu rechnen ist, macht den Auftritt des Orchesters auch zu einem Politikum: schließlich war es die Europa zugewandte Vorgängerregierung der heutigen, welche die Initiative zur Gründung des Orchesters ergriff.

Komponisten aus mehreren der erwähnten Länder standen auf dem Programm, leider kein einziger junger. Valentin Silvestrovs (Ukraine) "Bote" Mozart im Synthesizer Nebel war leider kompletter Kitsch, der trotzdem nicht einfach zu spielen ist, wie man manchmal hören konnte. Ähnlich Nikolai Kondors "The Smile of Maud Lewis". Man hört in der Spitzenklöppel-Minimal Music, dass Korndorf seit 1991 in Kanada wohnt. Auch diese Komposition schwer zu spielen und kitschverdächtig.

Rhythmus, Farbigkeit und Variabilität

Ein unbestrittener Klassiker dagegen das Konzert für Orchester des Polen Lutoslawski. Hier wurde dem Orchester an Spieltechnik, Rhythmus, Farbigkeit und Variabilität alles abverlangt. Andrey Boreyko feuerte die Musiker zu einer energetischen, beeindruckenden Leistung an.

Wie revolutionär die Rollenverteilung in Beethovens Violinkonzert ist (der Solist ist weitgehend betrachtender Begleiter des Orchestergeschehens!), wurde in einer radikal introvertierten Interpretation von Julian Rachlin und Boreyko deutlich. Dabei verlor man zwar öfters mal den Erzählfaden, aber das konnte man verschmerzen

Clemens Goldberg, kulturradio

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