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Nikolaisaal Potsdam - Kammerakademie Potsdam - Saisoneröffnung

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Lobgesang" ist eines der populärsten Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy und mit dieser Sinfoniekantate hat gestern die Kammerakademie Potsdam (KAP) zur Saisoneröffnung in den Potsdamer Nikolaisaal geladen.

Mendelssohns 2. Sinfonie ist auch ein "Lobgesang". Mendelssohn erweist sich als moderner, experimentierfreudiger Komponist, der gleichwohl aus der Geschichte, vor allem aus der Musik Bachs schöpft. Die monumentale Sinfonie mit NDR Chor und Solisten droht dann doch den Nikolaisaal zu sprengen. Das liegt am fast besessenen Zugriff von Antonello Manacorda, der schon den rein instrumentalen 1. Satz aufpeitscht und äußerst bewegt (und schnell) angeht. Muss Gotteslob fast militärisch werden? Da verunklaren doch manche Strukturen, es bleiben Opfer am Wegesrand. Gleichwohl ist diese Interpretation auch packend, fegt das liebliche Mendelssohn-Bild geradezu hinweg.

Das gilt auch noch beim ersten Chorsatz, der den Grundchoral des Stückes, Alles was Odem hat, aufgreift. Auch hier wäre eine genauere Abschattierung wünschenswert gewesen, der (exzellente) Chor hat gegen die Orchesterwucht zu kämpfen. Mit der Zeit entspannten sich die Verhältnisse, auch durch die sehr klangschönen und innerlich bewegten Soli von Pavol Breslik.

Ein Hochgenuss!

Vorangegangen waren zwei Delikate Happen, die Konzertstücke für Bassetthorn und Klarinette Mendelssohns. Sie entstanden im Hause der Klarinettenvirtuosen Vater und Sohn Baermann, während sie Dampfnudeln und Rahmsrudel zubereiteten. Auch hier erweist sich Mendelssohn als äußerst phantasievoll und experimentierfreudig, weiß auch, wie man dem Affen Publikum Zucker gibt. Der wird auch reichlich durch die Brüder Ottensamer verteilt, ohne dabei nicht auf sehr gefühlvolle und klangraffinierte langsame Passagen auszukosten. Ein Hochgenuss!

Clemens Goldberg, kulturradio

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