Truls Mørk; © Johs Boe
Konzerthaus Berlin; © Johs Boe
Bild: Konzerthaus Berlin; © Johs Boe Download (mp3, 4 MB)

Konzerthaus Berlin - Konzerthausorchester Berlin unter der Leitung von Juraj Valcuha mit Truls Mørk

Bewertung:

Ein weiterer gelungener Abend mit Gastdirigent Juraj Valcuha.

Wer einmal wie ich Mstislav Rostropovich live mit dem Sinfonischen Konzert für Cello und Orchester von Prokofiev erlebt hab, wird die Urgewalt dieses Cellisten nicht vergessen. Seine Hommage im Konzerthaus wurde mit diesem Werk und dem Cellisten Truls Mork abgeschlossen. Er ist ein ganz anderer Typus Cellist, mühelos, elegant, auch mit Seele, aber doch nordischer und innerlicher. Damit ist er nicht weniger beeindruckend. Schon hier bewies der neue erste Gastdirigent Juraj Valcuha sich als erbenbürtiger Partner mit dem Konzerthausorchester, das in lebhafte Dialoge mit dem Solisten eintrat.

Alberto Ginastera, Pablo Casals, Rostropovich - alle lebten im Exil, sehnten sich nach der Heimat. Ginastera verarbeitete einige Melodien von Casals in seinen sehr freien "Glosas" in faszinierenden Klangfarben, schwebend zwischen Moderne und folkloristischen Einsprengseln. Rostorpovich hatte diese Werke als Dirigent uraufgeführt, Valcuha brauchte sich nicht zu verstecken, das Orchester in sehr guter Form!

Der schon lange Abend wurde mit den umfangreichen Sinfonischen Tänzen von Rachmaninoff keineswegs überlastet, denn Valcuha wußte mit großem Atem und hoher tänzerischer Energie dieses Spätwerk nicht nur nostalgisch wirken zu lassen.

Clemens Goldberg, kulturradio

Weitere Rezensionen