Ensemble Berlin Prag
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Berliner Philharmonie - Ensemble Berlin Prag: Bläserkammermusik vom Barock bis zur Moderne

Bewertung:

Vor sechs Jahren gründeten drei tschechische Instrumentalisten und drei Philharmoniker das Ensemble Berlin Prag. Seither verfolgen sie beharrlich und erfolgreich ihr Ziel, weniger populäre Bläserkammermusik in hoher Qualität und stilgerechter Interpretation auf die Bühne zu bringen.

Die Oboisten Dominik Wollenweber (Berlin) und Vilém Veverka könnten verschiedener nicht sein. Wollenweber immer elegant und cool, sehr locker und luftig spielend, Veverka tanzend auf der Bühne, mit vollem Ton, sich komplett verausgabend. Faszinierend, wie sie sich dann musikalisch vereinen, etwa in virtuosestem Wettstreit in Zelenkas Quartettsätzen.
Hier kam dann noch der spitzbübische Fagottist Mor Biron hinzu, die exzellent alles zusammenhaltende Cembalistin Barbara Maria Willi und der leider immer etwas blass bleibende Violonist Ulrich Wolff.
Zelenka wirkt sogar noch dichter versponnen, noch verrückter und origineller als Bach! Das gilt sogar für die Bearbeitung von Bachs virtuoser Orgeltriosonate, bei der Wollenweber zu "seinem" Englischhorn griff, eine schöne Klangfarbenveränderung.
Höhepunkt waren aber die Studien von Isang Yun für 2 Oboen, die Triller, Vorschläge, Glissandi passten hervorragend zu den barocken Gegenstücken. Ein packender, intensiver Abend.

Clemens Goldberg, kulturradio

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