Alina Ibragimova & Cédric Tiberghien © PD
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Pierre Boulez Saal - Alina Ibragimova & Cédric Tiberghien

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Alina Ibragimova ist einigen vielleicht schon als Solistin in den Antritts-Konzerten von Robin Ticciati beim DSO Berlin begegnet. Zusammen mit dem Pianisten Cédric Tiberghien interpretierte sie Sonaten von César Franck und Louis Vierne und Eugène Ysaÿes "Poème élégiaque".  

Die Akustik im Boulez-Saal ist auch fast ein Jahr nach Eröffnung immer noch ein Thema. Durch die Entfernung des Deckels des Flügels ist das Klavier immer zu präsent, selbst wenn es so meisterhaft und subtil gespielt wird wie von Cédric Tiberghien. Steht dann die Geigerin noch mit dem Rücken zum Hörer, wird es noch unausgeglichener. Zudem ist oben im Rang ein gewisses Seekrankheits-Symptom zu verzeichnen, da der Boden und das Geländer geschwungen sind und man auch noch mühsam zwischen die Geländerstangen hindurchblicken muss. Also besser Augen zu!

In Ysayes elegischem Gedicht wird die tiefste Saite der Violine auf F heruntergestimmt, was eine sehr berückende samtige Klangfarbe erzeugt. Leider führte das auch zu wirklich schmerzhaften Intonationstrübungen bei Alina Ibragimova. In lauten und virtuosen Passagen klang es auch eher ungefähr. Alles Feine, Leise, Innige stimmte dagegen sehr berückend mit Tiberghien überein.

Louis Vierne legt seine Sonate sehr an seinem Hauptinstrument, der Orgel, aus. Sehr dichter Klaviersatz (also auch wieder sehr präsent…), durchchromatisierte Harmonik. Gewisse Längen lassen sich nicht verleugnen. Das Duo fand hier aber noch mehr zusammen, die wieder konventionelle Stimmung führte zu fast sicherer Intonation.

Der Klassiker César Franck, sehr häufig in Violinabenden zu hören, gewann durch das feine agogische Spiel des Duos. Manchmal war da fast zu viel Detail und Gewolltes, eine gewisse Natürlichkeit sollten die Linien doch behalten. Auch hier bestach vor allem Tiberghien mit herrlichen Farben und Subtilität.

Clemens Goldberg, kulturradio

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