Matthias Goerne; © Marco Borggreve
Harmonia Mundi
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Pierre Boulez Saal - Schubert-Wochenende mit Matthias Goerne & Alexander Schmalcz

Bewertung:

Es ist schon bewundernswert, wie Matthias Görne und Alexander Schmalcz von heute auf morgen mit Schuberts "Schöner Müllerin" einspringen können.

Alles andere als routiniert, mit nahtloser innerer und musikalischer Übereinstimmung war ihre Darbietung. Am Anfang hörte ich fast mehr auf Schmalcz, weil er so wunderbar die Wellen und das Licht im Klavier erstehen ließ, mit immer neuem Schimmer! Und dann begann die Reise, die ja eine ganz innerliche ist, als Paradox mit der Aufführungssituation. Hier ist der Boulez Saal einmal wirklich ideal, man fühlt sich sehr intim trotz der vielen Hörer.

Goerne formt im Kleinen wie im ganz Großen immer Bögen, herrliches Legato, gesponnen oder ausgesungen. Dabei weiß er in die Melodiebögen hundert Schattierungen der Klangfarbe und der Seele einzusingen. Zartheit, Hoffnung, Übermut, Angst, Zorn, Verzweiflung, Resignation, das ist der große Bogen, fast hautnah zu erleben. Auch körperlich geht Goerne in seinen nie einstudiert wirkenden Bewegungen gerade an die Grenze, an der es zum Gefühligen kippen könnte – aber nicht tut.

Auch wenn man diesen Zyklus wie ich in- und auswendig kennt, dabei noch mit persönlichen Erinnerungen an manch ähnlich Erlebtes, so war diese Darbietung doch etwas ganz Besonderes und Kostbares.

Clemens Goldberg, kulturradio

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