Leonidas Kavakos (c) Marco Borggreve
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Philharmonie Berlin - Berliner Philharmoniker mit Adam Fischer und Leonidas Kavakos

Bewertung:

Am Pult der Berliner Philharmoniker steht ihn diesen Tagen der ungarische Dirigent Adam Fischer. Er ist für den erkrankten Bernard Haitink eingesprungen und gibt nun sein Debüt bei dem Orchester.

Als einpringender Debütant ist Adam Fischer fast so alt wie die Herren, die krankheitsbedingt ausfielen: Zubin Mehta und Bernard Haitink. Zuerst einmal agiert er in guter Kapellmeistertradition, sachlich, sehr exakt, gut disponierend. Das Orchester macht den Rest, und der ist berrückend. In Weberns Passacaglia schillert es in verschiedensten Farben und Zuständen über dem Grundbass.

Leonidas Kavakos ist nicht ganz so introvertiert wie sonst. In Bergs Violinkonert erzählt er aber trotzdem keine Geschichte, dafür alles in makelloser Intonation und Technik – und dank eines herrlichen Instruments auch in anrührenden Farben. Sehr beeindruckend ist das Zusammenspiel mit dem Orchester, auch hier bewährt sich Fischer als ordnende und hellhörige Instanz. Für mich bleibt Kavakos ein sehr befremdlicher Musiker.

Berauschende Erlebnisse

Dvořák allbekannte 9. Sinfonie war dann aber alles andere als Routine. Plötzlich agierte Fischer – auswendig dirigierend – als wahrer Springteufel. Das Orchester ließ sich anstecken und lieferte berauschende Erlebnisse. Emmanuel Pahud und Dominik Wollenweber nutzen die herrlichen Melodien zu herrlichen Soli. Fischer erfüllte sich hier wohl einen Traum. Man sollte es nicht bei diesem Debüt belassen.

Clemens Goldberg, kulturradio

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