Baiba Skride
Berliner Philharmoniker; © Marco Borggreve
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Philharmonie Berlin - Berliner Philharmoniker mit Dima Slobodeniouk und Baiba Skride

Bewertung:

Der in Russland geborene Dirigent Dima Slobodeniouk gehört zu den interessantesten seiner Generation. Jetzt gibt er sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern mit einem russisch-finnischen Programm.

In Jean Sibelius’ "Tapiola" erscheinen in einem geheimnisvollen Wald Geister, es raunt, es dräut. Von all dem war unter der Leitung des erstmals mit den Philharmonikern auftretenden Dirigenten Dima Slobodeniouk leider nichts zu hören. Ohne Atmosphäre, ohne Gehalt. Slobodeniouk ließ über das gesamte Konzert kein einzges Viertel undirigiert, alles wurde durchtaktiert. Das zerstört jede Entwicklung. Ein schlimmer Auftakt.

Ganz anders Baiba Skride in Schostakowitschs 2. Violinkonzert. Eine ungeheure Präsenz, ein Erfassen des Werkes in all seinen Tiefen und Untiefen. Das Orchester blieb auch hier hinter der Solistin zurück, kein ebenbürtiger Partner.

Mehr Atmosphäre

Anders dann das Bild bei der sehr hörenswerten und erstmals bei den Philharmonikern erklingenden 2. Sinfonie von Prokofjew. Ein wildes, avantgardistisches Werk – einerseits. Dann in Variationen auch ein Blick zurück, aber hoch interessant mit modernen Zügen verquickt. Hier war Slobodeniuk mehr zu Hause, befreite sich manchmal aus seinem Taktierkorsett. Mehr Atmosphäre und Subtilität wären aber auch hier möglich gewesen.

Clemens Goldberg, kulturradio

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