Jean-Guihen Queyras; © Yoshinori Mido
Yoshinori Mido
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Konzerthaus Berlin - Akademie für Alte Musik Berlin mit Georg Kallweit und Jean-Guihen Queyras

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Mit dem vielseitigen Cellisten Jean-Guihen Queyras begleitet die Akademie für Alte Musik einen der renommiertesten Musiker seines Instruments bei gleich zwei Solokonzerten.

Boccherini ist immer noch eine der völlig unterrepräsentierten Größen der Klassik. Wie avantgardistisch er sich mit uns in den nächtlichen Straßen von Madrid bewegt, Geräusche, Glocken, Gefahr, Unheimliches … Die Akademie für Alte Musik Berlin lässt es uns hautnah erleben!

Haydns D-Dur-Konzert ist der Schrecken aller Aufnahmeprüfungen. Jean-Guihen Queyras benutzt zwar ein fake-Barockcello, es ist nur etwas barockisiert, aber sein Spiel ist so hellwach, so ansteckend, so kommunikativ mit dem Orchester, dass der Klassiker ganz frisch erscheint. Man versteht auch, warum dieses Konzert (vermutlich entstanden zusammen mit Anton Kraft, der ebenfalls herrliche Konzerte geschrieben hat, die nie aufgeführt werden …) doch eine Sonderstllung einnimmt.

Haydn, der Avantgardist

Sicherlich ist Ignaz Pleyels B-Dur-Konzert die Aufführung wert, hoch virtuos und unterhaltsam, aber man merkt dann doch viele standardisierte Wendungen, weniger emotionale Tiefe, weniger Abwechslung und Überraschung als bei Haydn. Wie wäre es einmal mit wirklich Gleichwertigem, von C. P. E. Bach, Boccherini, oder Kraft?

Jedes Haydn-Klischee fegt die Sturm und Drang Sinfonie Nr. 52 von Haydn hinweg, auch dank der Akademie für Alte Musik. Auch Haydn war häufig Avantgarde!

Clemens Goldberg, kulturradio

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