Robin Ticciati dirigiert das DSO; © Kai Bienert
Kai Bienert
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Philharmonie Berlin - Robin Ticciati und das DSO

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"Chronochromie" heißt die Orchesterwerk von Olivier Messiaen, in dem der Komponist die Natur als göttliche Schöpfung in den Mittelpunkt stellt. Außerdem standen das Vorspiel zum 1. Aufzug des "Parsifal" und das Requiem von Maurice Duruflé auf dem Programm.

Robin Ticciati und das DSO wachsen immer weiter zusammen und präsentierten ein sehr vielseitiges Programm rund um Farben und Zeitgestaltung. Sehr gelungen das ganz zarte, intime, stille Parsifal-Vorspiel, mit erfüllten Stillen zwischen den Abschnitten. Keine Pathos-Falle!

Faszinierend das sehr konzise, konzentrierte und ungeheuer vielseitige Spiel von Zeit und Farbe bei Messiaen. Wie herrlich die riesigen Rohrenglocken mit dem Schlagwerk korrespondierten, wie faszinierend das nur scheinbare Chaos von 14 Solostreichern, wie vibrierend und spielerisch sich wabernde Choräle und Vogestimmen paarten! Das Publikum war für solche Moderne (es ist immer noch ein modernes Stück!) zu begeistern. Das sollten sich Programmmacher aller Bereiche als Beispiel zu Gemüte führen!

Bemerkenswertes Fließen

Gegen Messiaen ist sein Studienkollege und ebenso frommer Katholik und versierter Organist Duruflé dann doch ganz rückwärts gewandt. Gregorianik, angeschärfter Fauré und spätromantische, orgelinspirierte Harmonien in seinem Requiem. Der wie immer sehr gut präparierte Rundfunkchor (Benjamin Goodson) passte sich ideal in das Orchester ein und umgekehrt. Das bei Ticciati immer so bemerkenswerte Fließen kam den Flächen der ewigen Seligkeiten des Stückes zugute. Man darf auch mal sentimental sein.

Clemens Goldberg, kulturradio

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