Kristian Bezuidenhout zu Gast im kulturradio; Foto: gb
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Pierre Boulez Saal - Kristian Bezuidenhout, Hammerklavier

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Der Abend stand unter keinem guten Stern …

Wegen einer "leichten spielbedingten Verletzung" (so die offizielle Ankündigung) wurde auf den interessanten Schubert verzichtet und dafür Mozart angesetzt, der für den späten Walter-Nachbau von 1820 nicht recht passte. Im Klavierbau sind 30 Jahre in dieser Zeit eine Ewigkeit. Man fühlte sich dann bei diesem Flügel, wie schon zuvor, in allen Vorurteilen bestätigt: Oft blieben Töne weg, viele waren vernuschelt, im oberen Register klang es sehr wattig und unattraktiv.

An der Akustik lag es sicher nicht, denn der Pierre Boulez Saal erwies sich gerade für dieses Instrument als ideal. Nein, es lag wohl an dem sonst so wundervoll musikalisch, technisch makellos und über jeden Zweifel erhabenen Kristian Bezuidenhout selbst und seiner "leichten spielbedingten Verletzung".

Bezuidenhout blieb den ganzen Abend merkwürdig befangen, gehetzt, nicht frei. Nebenbei sei auch einmal gefragt, warum es eigentlich fast keinen Solisten auf "alten Instrumenten" gibt, der wie die Kollegen auf dem Steinway auswendig spielt? So etwas fällt dann auf, wenn das Spiel auch sonst nicht wirklich beherrscht wirkt.
 
Kurz: Eigentlich kann man keine Aussage über einen solchen Abend treffen, man kann ihn aber auch absagen. Vielleicht ist er auch Anlass, über einen übervollen Terminkalender oder zu viel Stress des Betriebes nachzudenken.

Clemens Goldberg, kulturradio

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