Alan Gilbert; Foto: Chris Lee
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Philharmonie Berlin - Berliner Philharmoniker unter Alan Gilbert

Bewertung:

Mit Wenzel Fuchs, Klarinette

Thomas Adès war einmal ein Shooting Star, jetzt ist es sehr ruhig um ihn geworden. Seine Farbbearbeitung von Cembalo-Hits von François Couperin von 2006 war nicht gerade eine Anregung, sich wieder mehr mit ihm zu befassen. Die rhythmischen Verschiebungen klangen äußerst angestrengt und machten eher seekrank als beschwingt. Kaum auszumachen, wie groß der Anteil der Interpretation an dieser unglücklichen Wirkung war.

Es ist zugleich Lust und Last mit dem eigenen Orchester aufzutreten. Lust, weil die Kollegen einen auf Händen tragen (wie auch bei diesem Konzert). Last, weil es eben doch besonderer Stress ist. Das merkte man am Spielen von Noten des Oberklassikers für Klarinettisten, Mozarts Klarinettenkonzert. Auch bei einem so begnadeten Solisten wie Wenzel Fuchs wurde der 1. Satz dann doch mit sehr viel Luftgeräuschen begleitet.

Auch die heute so beliebten, fast ballettösen Bewegungen der Solisten sind eher eine Unsitte. Positiv unbedingt der wunderschöne Ton, die weiten Phrasen und die feine Differenzierung des Klangs, berührend das pianissimo. Vom Orchester her eher rückblickend gepflegt interpretiert, vom Solisten ganz auf schönen Klang und weniger auf Rhetorik gesetzt.

Debussys "Images" sind für die Philharmoniker ein Heimspiel, kaum ein Orchester bietet diese Farben auf. Alan Gilbert dirigierte überlegen, tänzerisch und beschwingt. Das Geheimnis der Nacht und die Düfte und Suggestionen Iberias wurden an diesem Abend nicht aufgeboten.

Clemens Goldberg, kulturradio

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