Artemis Quartett; Foto: Felix Broede
Felix Broede
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Kammermusiksaal - Das Artemis Quartett mit Elisabeth Leonskaja

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Streichquartette und Quintette von Dvořák und Schostakowitsch standen gestern auf dem Programm des Konzerts, das das Artemis Quartett gemeinsam mit der Pianistin Elisabeth Leonskaja im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie präsentierte.     

Das Artemis Quartett ist wie kaum ein anderes von Umbesetzungen und Schicksalsschlägen getroffen worden. Seit gestern Abend kann man feststellen, dass sich seit zwei Jahren eine idale Besetzung gefunden hat. Nach einigen Schwankungen ist nun ein Grundvertrauen und eine innige Freude an der Gemeinsamkeit gewachsen, die sich beispielsweise im 5. Schostakowitsch-Quartett eindrucksvoll vermittelte. Besonders die prekären hohen Linien in Einstimmigkeit und Oktaven bleiben im Gedächtnis, die Lufthoheit, die sich der Maschinerie der stalinistischen Gewalt entzieht.

Ein bewegender Abend

Schwelgerische Romantik, Freude am Singen, Lust am Tanzen, all das vermittelte sich in Dvořáks Klavierquintett. Dort ist das Klavier eigentlich ein Hackbrett, immer eher im Hintergrund und atmosphärisch. So dezent, nobel und dienend wie bei Elisabet Leonskaja hört man das selten. Anfangs fast zu verhalten, dann aber ganz im Drive des Quartetts eingeschwungen.

Reine Kontrapunktik, Austerität der Linien hat das Klavier in Schostakowitschs Klavierquintett beizusteuern. Hier merkte man die russische Schule und die besondere Einsicht der Pianistin ganz präsent und faszinierend. Die Intensität der Fuge wird noch lange nachwirken. Ein bewegender Abend.

Clemens Goldberg, kulturradio

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