"Reddress – Pekka Kuusisto"; © Peter Adamik
Peter Adamik
Bild: Peter Adamik

Pierre Boulez Saal - Reddress – Pekka Kuusisto. The village musician

Bewertung:

Seit 2005 präsentieren der finnische Geiger Pekka Kuusisto und die südkoreanische Künstlerin Aamu Song mit "Reddress" ein außergewöhnliches Konzept, das die Grenzen zwischen Bühne, Musik und bildender Kunst verschwimmen lässt. Jetzt ist "Reddress" an vier aufeinanderfolgenden Abenden im Pierre Boulez Saal zu erleben.

Der Geiger Pekka Kuusisto spielt finnische und schwedische Volkslieder, improvisiert über sie. Sein Konzertpartner Teemu Korpipää steuer Live-electronics bei, mit der man die Stimmen vervielfältigen kann und wandern lässt. Dafür ist der Boulez Saal sehr gut geeignet. Dass dies allein, ja gerade auch ohne Live-electronics sehr berühren kann, wird im Verlauf der Stunde Musik da erfahrbar, wo Kuusisto ganz ohne Verstärkung spielt.

"Reddress – Pekka Kuusisto"; © Peter Adamik
Bild: Peter Adamik

Merkwürdiger Kontrast

Damit würde aber wohl kaum das Publikum angelockt. Aber ein turmhohes Gerüst mit rotem Kleid, in das der Geiger steigt, ein den Konzertboden bedeckendes Filzkleid mit hundert Taschen, in denen ein Teil des Publikums (ziemlich hart) liegt, rotes Licht und ein eher sehr schlichtes Lichtdesign von Nico de Rooij – das kann schon drei Abende füllen.

Das Setting soll die Distanz zwischen Künstler und Publikum verringern, zu neuen Erfahrungen führen. Für Kuusisto selbst trifft das sicher zu, ansonsten steht das aufwändige Setting und das schamanenhafte Auftreten des Geigers in merkwürdigem Kontrast zur innig-schlichten Musik mit Pfeifen im Wald und Naturlauten.

Clemens Goldberg, kulturradio

Video

Weitere Rezensionen

Gemäldegalerie am Abend; © dpa/Schoening Berlin
dpa/Schoening Berlin

Gemäldegalerie - "Notturno"

Kammermusik im Dialog mit Räumen und Exponaten: Gestern Abend startete die Kammermusikreihe "Notturno" des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin (DSO) und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz bereits in die neunte Saison.

Download (mp3, 4 MB)
Bewertung: