The King's Singers © Marco Borggreve
Marco Borggreve
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Konzerthaus Berlin - The King's Singers

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Sich treffen und gemeinsam musizieren – das ist das Prinzip von Haus-Konzerten. Dabei sind ungewöhnliche Besetzungen durchaus erwünscht. Solche Haus-Konzerte veranstaltet regelmäßig auch das Konzerthaus Berlin. Gestern standen dort The King's Singers auf der Bühne.

Die sehr sympathischen und charmanten Jungs die im Konzerthaus zur "Golden" Tournee 50 Jahre King’s Singers auftraten, sind nur die letzte Konfiguration einer Idee. Die Idee vom perfekt verschmelzenden Gesang von 2 Countertenören, einem Tenor, 2 Baritonen und ein Bass.

Jeder englische Chorister wird darauf getrimmt, und so lebt eine jahrhundertealte Tradition. Auch die Vielfalt der Stile und das Verschwimmen von U und E ist ein Verdienst der ursprünglichen Truppe und wird mustergültig von den Jungs unter dem Label fortgeführt. Dazu trägt im Übrigen eine von allen Mitgliedern auf Deutsch charmant und lehrreich eingebaute Moderation erheblich bei.

Sangesfreude

Vielleicht sind die einzelnen Stimmen, die immer wieder solistisch zu hören sind, nicht ganz auf dem Niveau der ursprünglichen Formation, aber die Textdiktion ist makellos, die Sangesfreude überträgt sich in kürzester Zeit und der Zusammenklang ist betörend.

Ob in einer spanischen "Ensalada" (etwa: gemischter Salat) des 16. Jh. über das Sündenfeuer oder in berührend innigem Gesang bei Rheinbergers "Abendlied" oder in Faurés wunderbar ironischen Fabel über die Unmöglichkeit der Liebe zwischen einer Blume und einem Schmetterling: die King’s Singers trafen immer den richtigen Ton. Und im Unterhaltungsteil des 20 Jh. war neben Beatles und Gershwin auch noch der "kleine grüne Kaktus" perfekt dargeboten. Möge die Idee und das Ideal noch in weiteren Puppen und Schmetterlingen unter dem Label "Kings’s Singers" weiter leben.

Clemens Goldberg kulturradio

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