European Union Youth Orchestra; © Peter Adamik
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Young Euro Classic 2018 | Konzerthaus Berlin - Das European Union Youth Orchestra mit Zubel, Chopin und Tschaikowsky

Bewertung:

Das European Union Youth Orchestra, bestehend aus 120 jungen Musiker aus allen 28 EU-Staaten, war am Dienstag unter der Leitung von Gianandrea Noseda bei Young Euro Classic zu erleben. Ausschnitte aus diesem Konzert können Sie am 01.09. hier bei uns im kulturradio hören.

Das European Union Youth Orchestra hat jetzt zwar eine halbwegs gesicherte Existenz, muss aber wegen des Brexits nach Italien umziehen, wo ja auch eher die nationalen Werte hoch gehalten werden – unruhige Zeiten! Da ist es schön, ein "Feuerwerk" zu zünden, sehr gekonnt und unterhaltsam tut dies Agata Zubel. Das ist zwar auch keine Avantgarde, die mal weh tut, aber das Beste der zeitgenössischen Werke, die ich bisher bei Young Euro Classic gehört habe. Gianandrea Noseda leitet das Orchester sehr präzsise und umsichtig, so dass alle Blüten und Knaller gut platziert werden.

Samtig-weich

Seong-Jin Cho ist zwar Gewinner des Warschauer Chopin-Wettbewerbs, aber sein Chopin-Konzert bleibt äußere Hülle. Vieles klingt auch technisch etwas wattig und verschwommen, vor allem, wenn es laut wird. Dann bleibt der Eindruck von Etüde. Nur in zarten Passagen kommt etwas mehr Raffinesse auf, aber nie hat man den Eindruck einer Künstlerpersönichkeit oder auch nur, dass hier jemand etwas erzählt oder ausficht. Das Orchester bleibt im samtig-weichen Bereich, sehr altmodisch.

Überzeugend

Dann ein komplett anderes Bild bei Tschaikowskys 5. Symphonie: Die schnellen Stimmungswechsel, das Überspannte, die vielen Klangfarben, das ist im Detail ausgearbeitet und packend. Am meisten aber besticht der dramaturgische Aufbau über alle vier Sätze hinweg. So überzeugend und packend habe ich dieses Werk noch nie gehört.

Clemens Goldberg, kulturradio

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