Young Euro Classic 2014: Joven Orquesta Nacional de Espana; Foto: © Kai Bienert
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Konzerthaus Berlin | Young Euro Classic 2018 - Das Joven Orquesta Nacional de España (JONDE) spielt Strauss und Bartók

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Das nationale spanische Jugendorchester JONDE muss man dem Publikum von Young Euro Classic eigentlich nicht vorstellen. In diesem Jahr wagten sie sich an ausgesprochen schwierige Orchesterklassiker, Richard Strauss' "Don Quixote" und Bartóks "Konzert für Orchester".

Schon die (sehr in die Jahre gekommene!) Festivalhymne zeigte mit Verve und original spanischen Kastagnetten, dass das Spanische Jugendorchester zu Recht häufiger Gast bei Young Euro ist. Dazu hatte man zwei ausgesprochen schwierige Orchesterklassiker auf dem Programm, Richard Strauss' "Don Quixote" und Bartóks "Konzert für Orchester". Letzteres wurde in allen Orchestergruppen auf höchstem Niveau geboten.

Schon der Anfang mit Celli und Kontrabässen im Oktavabstand zeigte dies mustergültig. Ob Flöte, Oboe oder das Solo der drei Fagotte, ob die zwei Harfen oder der herrliche homogene Klang der Streicher, die jungen Spanier sind in allen Positionen brillant besetzt. Pablo González sorgte für perfekte Balance und gute Durchhörbarkeit. Auch die emotionalen Aspekte des Werks wurden überzeugend vermittelt.

Mehr Wagemut und Übermut

Die komischen und grotesken Aspekte des Ritters von trauriger Gestalt kamen allerdings weniger zum Vorschein. Auch hier war alles mustergültig einstudiert, oft kam das Werk aber nicht vom Fleck, fehlte es an übergeordnetem Zug. Da hätte man sich manchmal mehr Wagemut und Übermut gewünscht.

Asier Polo als cellisitischer Don Quixote setzte ebenfalls ganz auf sentimentale und innige Züge des Ritters, mit viel Vibrato aber auch einem nicht immer durchkommenden Ton. Da beeindruckte schon viel mehr die Bratscherin des Orchesters, die als einzige den richtigen Charakterton traf.

Zeitgenössische Naturmalerei

Wie immer bei Young Euro setzt man bei den zeitgenössischen Kompositionen ganz auf schliche Verständlichkeit und eher gefällige Musik. Alicia Díaz de la Fuente ließ tatsächlich die "Sterne aufs Meer regnen", hübsche Naturmalerei, mehr allerdings auch nicht

Clemens Goldberg, kulturradio

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