Young Euro Classic 2018 | Konzerthaus Berlin - Jazz mit dem NYO USA

Bewertung:

Das National Youth Orchestra USA, eine Initiative der Carnegie Hall in New York, war am Freitag bei Young Euro Classic zu erleben. Das Orchester brachte den Sound der amerikanischen Big Band mit Klassikern von Duke Ellington und Count Basie u. a. ins Konzerthaus.

Diese jungen Musiker haben unbändige Musizierlaune, sichtbarer Freude, Leidenschaft und schier unglaubliches Können. Man wünschte sehr, dass auch die überwiegend sehr ernsten und nicht sehr freudig dreinblickenden Musiker der hervorragenden klassischen Ensembles bei Young Euro Classic sich davon eine Scheibe abschnitten …

Glänzende Soli

Von ihrem Bandleader Sean Jones sind die Musikerinnen und Musiker (vier Mädchen haben es in die sonst so männerbetonte Formation Big Band geschafft!) des NYO Jazz glänzend vorbereitet worden. Dabei hatten sie ihr Debüt erst am 17. Juli in der Carnegie Hall, die auch verantwortlich für die Formation der Band war. Zu Recht vertraut Jones ihnen so sehr, dass er sich weitgehend am Seitenrand aufhält und zufrieden den vielen glänzenden Soli zuhört. Jeder Musiker des NYO Jazz muss ja auch Solist sein. Besonders fiel einer der Schlagzeuger auf, der so viel sinnlicher, raffinierter als sein etwas selbstverliebter Kollege mit den Rastalocken spielte.

Ein mitreißendes Konzert

Das Repertoire umfasste manche Standards wie Duke Elingtons "Isfahan" (mit fantastischem Solo), John Voltraines "Giant Steps", oder Thad Jones "Tip Toe" (wunderbar die vier Posaunisten!). Am meisten überzeugten aber die neu komponierten Stücke, etwa Muguel Zenoni "Run with Jones" oder "Ambitious Violeta" das Bandleaders, der außerdem ein Weltklasse Trompeter ist, wie man hören konnte!

Ein weiterer Höhepunkt dieses mitreißenden Konzerts war die Grande Dame des Jazz Dianne Reeves. Was für eine Stimme, wie viel Erfahrung, welche Freude im Zusammenspiel mit den jungen Musikern! Sie versprach, auch nächstes Jahr wieder mit dabei zu sein. Bitte auch wieder bei Young Euro Classic!

Clemens Goldberg, kulturradio

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