András Schiff © Peter Fischli / Lucerne Festival
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Konzerthaus Berlin - Rezital mit András Schiff

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Seit über 40 Jahren zählt Sir András Schiff zu den gefragtesten Pianisten. In seinem ersten Konzert als Artist in Residence im Konzerthaus widmet sich András Schiff ganz dem Komponisten Frank Schubert.

Noch immer sind Hammerklavierkonzerte eine Rarität, noch seltener sind ganze Schubert-Abende mit Hammerklavier. Insofern war es ein Paukenschlag des Artist in Residence András Schiff, seine Tätigkeit in Berlin damit zu beginnen. Zudem hatte er sein eigenes feines Brodmann Instrument mitgebracht, auf dem er sich immer differenzierter im Laufe des Abends warm spielte.

Heftig, visionär und modern

Hammerklaviere erfordern vom Hörer ein viel aufmerksameres, auf die Bühne gerichtetes Hören. Schiff ist auch nicht der expressiv nach außen gehende Bekenntnismusiker. So kamen zwei Tendenzen ideal zusammen. In allen feinen, farbenreichen, singenden und imaginativen Details ist der Hammerflügel dem modernen Flügel überlegen. In den heftigen, visionären und modernen Abschnitten, etwa der Durchführung der a-Moll Sonate, bleibt das Instrument aber eine Beschränkung.

Ein faszinierender Abend

Die schnellen Wechsel der Stimmungen und Gefühle der Sonaten waren sehr unmittelbar und stark erlebbar. Allerdings ist es dann auch kein Vorteil, gleich alle drei 40minütigen Sonaten aufs Programm zu setzen, die schon zu Lebzeiten Schuberts bekannt waren. Andererseits erkennt man so auch manche Gemeinsamkeiten zwischen den drei Sonaten.

In jedem Fall bescherte das noble, intime, innerliche ausleuchtende Spiel András Schiff den Hörern einen faszinierenden Abend.

Clemens Goldberg, kulturradio

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