Konzerthausorchester © Marco Borggreve
Marco Borggreve
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Musikfest Berlin | Philharmonie Berlin - Konzerthausorchester Berlin unter der Leitung von Philippe Herreweghe

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Dvořáks Requiem ist ein monumentales, über 90minütiges Werk, das sicher nicht mehr in die Kirche gehört sondern eher der Kunstreligion huldigt. Ihrer ganzen Machart nach ist sie eine riesige Sinfonie mit Chor, Solisten und Orchester. In unendlicher Fantasie werden Texturen, Harmonien, Kombinationen aller Beteiligten zu einem zwischen Triumph, Demut, Innigkeit und Hoffnung changierenden Verlauf gestaltet.

Zentral ist das unvergleichlich klar und homogen singende Collegium Vocale Gent, die Hauptleistung dürfte hier bei der Choreinstudierung durch Edward Caswell gelegen haben. Denn auf der Bühne ist Philippe Herreweghe eher ein hinderlicher Faktor. Vermutlich wird hier einiges bei der Einstudierung geklärt.

Gerne öfter

Mit "Originalklang" oder "historischer Aufführungspraxis" hatte diese Aufführung schon wegen der modernen Instrumente nichts zu tun. War aber auch nicht schlimm. Das Konzerthausorchester spielte dank der Stimmführer hoch konzentriert und ignorierte nach Kräften die wirren Gestikulationen von Herreweghe. Man hätte sich dann doch hie und da eine groß angelegte Dramaturgie in den längeren Sätzen gewünscht. Die Solisten haben sehr viel im Ensemble zu singen, was sie professionell gestalteten. Überragend fiel dort aber niemand auf.

Insgesamt würde man dieses sehr eindrucksvolle Werk gerne öfter hören.

Clemens Goldberg, kulturradio

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