Inori; ©dap
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Musikfest Berlin | Philharmonie Berlin - "INORI"

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Karlheinz Stockhausens Anbetungen für zwei Tänzermimen und großes Orchester:

das Orchester der Lucerner Festival Academy unter der Leitung von Peter Eötvös

 

Der Aufwand für Stockhausens INORI (Anbetungen) ist enorm. Über einer Art Altar mit leuchtenden Klangschalen ist ein Baldachin errichtet. Zwei „Tänzermimen“ haben ein Jahr lang 13 Gesten aus allen Weltreligionen einstudiert. Sie entsprechen genau den Tonhöhen, Stärken und Rhythmen. Was Winnie Huang und Diego Vásquez absolut synchron miteinander und mit der Musik leisten, ist stupend. Die jungen Musiker der Lucerne Festival Academy haben ebenfalls 60 Dynamikstufen und komplett seriell durchstrukturierte Musik sorgfältig und lange einstudiert.

kontraproduktive Religionsgestik

Leider entspricht das Resultat keineswegs dem Aufwand. Da beide Künsterlmimen komplett in die serielle Struktur einbetoniert sind, wirkt die Religionsgestik nach einiger Zeit fast kontraproduktiv. Diese Art Religion macht ebenso unfrei wie die Vorschriften der zitierten Religionen.

Ein historisch interessanter Versuch

Die musikalsichen Grundelemente sind eher primitiv, ihre Permutation recht verkopft. Vielfach scheint Messiaen auf - ihm gelang allerdings, was sich in diesem Stück partout nicht einstellen will: mystische Überhöhung. Es gibt sicher niemanden auf der Welt, der dieses Stück besser einstudieren und darbieten kann als Peter Eötvös. Dann bleibt nur: es ist ein historisch interessanter Versuch, der zumindest heute nicht überzeugt.

Das Musikfest in der festung Philharmonie

Trotzdem ist es sehr schade, dass hier wie in vielen anderen Konzerten die Neugier des Berliner Publikums vor den Toren des Musikfestes endet. Man muss sich nach dieser Saison grundlegende Gedanken zur Werbung und Verbreitung dieses Musikfestes machen. Warum kommt das Publikum des Radialsystems V oder der Sophiensäle offenkundig nicht in die Philharmonie? Muss das Musikfest die Festung Philharmonie auch einmal verlassen? Das so kluge und mutige Programm hätte es verdient, ebenso neue und mutige Wege aus der (West)berliner Selbstverständlichkeit zu finden.

Clemens Goldberg, kulturradio

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