Jean-Guihen Queyras; © François Sechet
François Sechet
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Konzerthaus Berlin - Jean-Guihen Queyras und Alexandre Tharaud

Bewertung:

Der französische Cellist Jean-Guihen Queyras spielte gestern im Konzerthaus Berlin mit dem Pianisten Alexandre Tharaud Werke von Alban Berg, Dmitri Schostakowitsch, Johann Sebastian Bach und Johannes Brahms. Unser Kritiker Clemens Goldberg war dabei.

Jean-Guilhem Quyeras und Alexandre Tharaud sind ein sehr gut aufeinander eingestelltes Team, hellhörig, feinnervig, neugierig. In Bachs Gambensonaten mit modernem Klavier hört man, wie überhaupt im ganzen Konzert, plötzlich viele Stimmen besser, Details, die man sonst nicht hört. Im Bemühen um Stilistik wünscht man sich bei Bach fast etwas mehr "Romantik" des Ausdrucks (ich darf das als Barockcellist sagen!).

Die so viel gespielte Schostakowitsch Sonate war sehr kammermusikalisch angelegt, die eisige Kälte, die Ironie, die innere Einsamkeit konnte man hautnah erleben, ganz ohne falsches Schwelgen.

Faszinierend

Die Stücke op. 5 von Alban Berg sind schon noch etwas plastischer mit Klarinette, aber die Cellofassung dieser konzentrierten Opernszenen ist eine echte Bereicherung des Repertoires.

In Brahms F-Dur Sonate fiel dann doch auf, dass Alexandre Tharaud im Forte und bei vollem Klaviersatz klanglich etwas eindimensional ist. Aber auch hier wurde viel offen gelegt und sehr gut dialogiesiert. Auch für einen Cellisten, der die Stücke in- und auswendig kennt, war der Abend eine Entdeckungsreise.

Clemens Goldberg, kulturradio

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