Jack Quartet, © Beowulf Sheehan
Beowulf Sheehan
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Philharmonie Berlin, Kammermusiksaal - JACK Quartet

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2005 gründeten vier Studenten der Eastman School of Music das JACK Quartet. Die Musiker waren erstmals im Kammermusiksaal der Philharmonie; auf dem Programm standen ausschließlich zeitgenössische Kompositionen. Unser Kritiker Clemens Goldberg war dabei.

Die jungen Musiker des JACK Quartets sind einfach unglaublich: scheinbar mühelos und entspannt spielen sie schwierigste und anspruchsvolle zeitgenössische Musik als sei alles ganz einfach. Dazu harmonieren sie untereinander auf geradezu berührende Art. Ein klug zusammengestelltes Programm (nicht zu lang!) bot eine echte Abenteuerreise durch alle Möglichkeiten des Quartettspiels.

Anspielen gegen die Kälte

Hier ein par Blitzerinnerungen: Die junge Komponistin Zosha di Castri: spielerische Klangwelten, wie eine freie Phantasie, nicht ohne Humor, sehr unterhaltsam. Morton Felsmans "Structures": alles ganz fein und leise, wie ein abstraktes Gemälde. Elliott Carters 3. Streichquartett: das Quartett wird in zwei Duos geteilt und räumiich entfernt. Gleichzeitig wird Ungleichzeitiges und Konträres gespielt. Eher eine Kopfangelegenheit, toll gespielt, aber geht letztlich nicht auf.

Liza Lim knotet Klangseile und löst die Knoten wieder auf. Aber alles überagend, um Meilen: Iannis Xenakis' "Tetras": Er ist der Michelangelo unter den Komponisten des 20. Jahrhunderts, plastisch, archtitektural einerseits, emotional wie eine uralte griechische Tragödie andererseits.

Es gab mal Zeiten, da wurde überhaupt nur zeitgenöissische Musik gespielt. So ein Abend wäre ein überzeugendes Plädoyer, das viel mehr zu tun.

Clemens Goldberg, kulturradio

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