Tetzlaff Quartett © Giorgia Bertazzi
Giorgia Bertazzi
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Kammermusik - Pierre-Boulez-Saal: "Tetzlaff Quartett"

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Seit fast 25 Jahren teilen die Geschwister Tanja und Christian Tetzlaff sowie Hanna Weinmeister und Elisabeth Kufferath ihre Leidenschaft für Kammermusik und treten als Tetzlaff Quartett auf. Gestern waren das Ensemble im Pierre-Boulez-Saal.

Die Mitglieder des Tetzlaff Quartetts treffen sich nur ganz sporadisch zu intensiven Arbeitsphasen und spielen doch so, als musizierten sie viel öfter zusammen. Vor allem in der Bogentechnik sind sie fast stupend auf einer Wellenlänge. Christian Tetzlaff ist dabei schon immer als besondere Persönlichkeit spürbar, z. B. in Mozarts Haydn gewidmetem d-Moll Quartett. Man spürte die Freuden und Leiden einer ersten Liebe, so bebte und sehnte der 1. Satz sehr plastisch.

Utopien hohl und schal geworden

Bartoks 4. Streichquartett und Sibelius' Voces Intimae Quartett sind beide fünfsätzig und haben als Gravitationszentrum den langsamen Mittelsatz. Bei Bartok ist dieser Satz der Einzige, in dem sich eine einzelne Stimme als Klagegesang einmal richtig frei äußert. Ansonsten spielt das ganze Quartett als ein Instrument, immer noch unglaublich modern und packend ist diese Musik aus dem Jahr 1926.

Sibelius' 20 Jahre früher entstandenes Quartett kündet von Ängsten, Verwirrungen und Depression. Die inneren Stimmen sind oft brüchig, verwirrt, desorientiert. Diese Stimmen zu hören ist einerseits beängstigend, andererseits in einer solchen packenden und plastischen Interpretation auch ein großartiges Erlebnis!

Clemens Goldberg, kulturradio

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