Kirill Petrenko und das Bundesjugendorchester © Claudia Ingenhoven
Claudia Ingenhoven
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Philharmonie Berlin - Bundesjugendorchester unter Kirill Petrenko

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Das Bundesjugendorchester ist Patenkind der Berliner Philharmoniker und ein Reservoir für zukünftige Orchesterprofis. Kein Wunder also, dass sich der zukünftige Chef Kirill Petrenko für ein Konzert mit dem Orchester einfand. Sehr kollegial ging es zu, entspannter als ich ihn oft erlebt habe.

Das wirkte sich gleich bei Bernsteins Tänzen aus "West Side Story" aus. Alles super exakt einstudiert und trotzdem noch locker. Allerdings das Rebellentum, die Exzesse, vor allem aber schmachtende Liebesszenen - das liegt den sehr brav und ernst wirkenden jungen Musikern weniger.

Ein Paukenkonzert mit dem Paukisten der Philharmoniker, Wieland Welzel - warum machen das eigentlich die Philharmoniker nicht mal? Der amerikanische Komponist William Kraft hat ein eingängiges, unterhaltsames Konzert für Pauke(n) geschrieben, das seinen Reiz aus vielen Klangfarben der modernen Pedalpauke bezieht. Allein die virtuose Akrobatik der Wechsel der Schlegel und Schlagtechniken zu erleben ist ja schon attraktiv. Noch mehr hätte ich mir in diesem Konzert den Austausch mit den exzellenten Schlagzeugern des Orchesters gewünscht - vielleicht schreibt mal jemand ein entsprechendes Konzert!

Petrenko kann auch locker sein

Eher enttäuschend dann Stravinskys "Sacre". Alles sehr exakt einstudiert und dargeboten, aber das Wesentliche schien doch nur ansatzweise auf: Tod und Opfer, Gewalt, untergründige Spannungen. Da blieb auch im Vergleich mit anderen Jugendorchestern doch einiges unerfüllt. Aber dass heute dieses schwierige Werk überhaupt von solchen Orchestern technisch bewältigt wird, das ist schon sehr bemerkenswert. Vielleicht hätte hier etwas mehr Ausdrucksehrgeiz des Dirigenten auch geholfen. Immerhin eine Erkenntnis: Petrenko kann auch locker sein.

Clemens Goldberg, kulturradio

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