Akademie für Alte Musik Berlin; © Uwe Arens
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Konzerthaus Berlin - Akademie für Alte Musik

Bewertung:

Vom Trübsal der Welt sowie der Freude auf Erlösung erzählen die Solokantaten für Bass von Johann Sebastian Bach. Gestern waren diese Höhepunkte in Bachs Kantatenschaffen im Konzerthaus Berlin zu hören.

Die Akademie für Alte Musik hat Bach geradezu in den Genen. Man spürt die Beseelung und das besondere Verhältnis, die Innigkeit der Musiker zu dieser Musik. Es öffneten sich weite Horizonte, nichts wirkte schematisch oder abgenudelt. Raphael Alpermann kann auch deshalb so beeindruckend von der Truhenorgel aus das Ensemble "führen", weil er in den Solokantaten die Texte immer mit dem Mund still mitsingt. Was schon in den instrumentalen Sinfonien spürbar war, verdichtete sich in drei Kantaten mit dem Bassisten Michael Volle.

Er ist ein exemplarischer Sänger-Darsteller. Vollendete Diktion, starke Wortdeutungen ohne manieriert oder allzu pathetisch zu werden. Vor allem aber durchlebt Volle das, was die Texte uns erzählen. Da ist von freudiger Todessehnsucht die Rede. Man kann unmittelbar an die Diskussion rund um die Verweigerung von Medikamenten zum selbstbestimmten Ende von schwer kranken Menschen denken. So aktuell ist diese Musik! Für uns ist auch nur schwer nachvollziehbar, wie gewiss die Menschen waren, dass sie ein wunderbares Jenseits erwartet. Bei Bach berührt auch immer wieder die Zärtlichkeit, die unbändige Tanzlust, der Trost.

Wirklich ergreifender Höhepunkt war dann die Eingangsarie der Kreuzstab-Kantate. In schwerelosen Triolen wurden wir entführt: "Da leg ich den Kummer auf einmal ins Grab, Da wischt mir die Tränen mein Heiland selbst ab."

Clemens Goldberg, kulturradio

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