Fritz Wunderlich © SWR Music / Montage: rbb
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Rundfunkaufnahmen - Fritz Wunderlich: "Schlager aus den 50ern"

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Keine Geschmacksbedenken? Auf einer Doppel-CD ist jetzt erstmals jene Fülle von deutschen, teilweise auch italienischen Schlagern gesammelt erschienen, die Fritz Wunderlich in den 50er Jahren aufnahm.

Auf einer Doppel-CD hat das Label "SWR Music" jene gesammelten (wenn auch wohl nicht kompletten) Schlager-Aufnahmen remastert und erstmals gesammelt herausgegeben, für die sich Fritz Wunderlich von 1953 bis 1965 ins Studio begab. Es handelt sich um die frühesten Aufnahmen des Tenors (unter seinen Entdeckern Willi Stech und Emmerich Smola), aber auch um einige seiner späten Dokumente (nicht lange vor seinem frühen Tod im Alter von 35 Jahren). Sie waren früher bei der Polydor oder auf irgendwelchen Raritäten-Platten veröffentlicht.

Schnalz- und Schmalz-Gewerbe

Da Wunderlich, wie heute nicht mehr allgemein bekannt, mit der Tanzmusik begonnen hatte und eine Schlagerkarriere für den Fall erwog, dass es mit der Oper nicht so recht klappen würde, muss er sich im Genre des deutschen und italienischen Schnalz- und Schmalz-Gewerbes nicht verstellen. Er singt Titel der linken und rechten Komponisten, die schon in den 30er Jahren tätig waren (von Walter Mehring bis zu Hans May und Will Meisel) mit derselben bodenständigen Nonchalence, die er auch als Tamino oder in der "Dichterliebe" ausstrahlte. Begünstigt wird er durch die Tatsache, dass seine Stimme ohnehin nicht die größte war – und daher sehr gut vom Mikrophon eingefangen werden konnte.

Liebevoll

Die meisten Titel (von "O cara Marie", "Granada" und "Tiritomba" bis zu "Sonne über Capri" und bizarren Preziosen wie dem "Mutterlied") sind inzwischen einem gerechten Vergessen überantwortet worden. Die Tatsache, dass im Booklet nicht weniger als 40 Aufnahmedaten in Freiburg, Kaiserslautern und Stuttgart nachgewiesen sind, lässt darauf schließen, dass Wunderlich sich seiner Aufgabe keineswegs flüchtig an drei Nachmittagen entledigt hat; sondern dass hier liebevoll kleinteilig, ja missionsselig zu Werke gegangen wurde.

Geschmacksbedenken fallen da keine ins Gewicht. Man mag durch die rustikale Direktheit, die Wunderlich an den Tag legt, nicht unbedingt für den Schlager der 50er Jahre gewonnen werden. Aber doch für Fritz Wunderlich, den man noch einmal ganz neu kennenlernt.

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

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