Dmitri Schostakowitsch: Cellokonzert Nr. 2 op. 126; Montage: rbb
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Orchestermusik - Dmitri Schostakowitsch: Cellokonzert Nr. 2 op. 126

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Fast gleichzeitig wurden Mitte der 1960er Jahre die Cellokonzerte Nr. 2 von Bohuslav Martinů und Dmitri Schostakowitsch uraufgeführt. Entstanden sind die Werke aber zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten.

Fast gleichzeitig wurden Mitte der 1960er Jahre die Cellokonzerte Nr. 2 von Bohuslav Martinů und Dmitri Schostakowitsch uraufgeführt. Entstanden sind die Werke aber zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten.

Im Schatten

Ganz tief, ganz ruhig beginnt der erste Satz im Cellokonzert Nr. 2 von Dmitri Schostakowitsch. 1966, zu seinem 60. Geburtstag, hat sich der Komponist dieses Werk selbst zum Geschenk gemacht, uraufgeführt in Moskau von Mstislav Rostropowitsch. Für seinen Freund und früheren Schüler hatte Schostakowitsch einige Jahre zuvor schon sein Cellokonzert Nr. 1 geschrieben, ein Werk, das virtuos und sehr bewegt daherkommt. Wohl aufgrund dieser Eigenschaften haben die Cellisten über viele Jahre das erste Konzert bevorzugt, das zweite im Schatten des anderen vernachlässigt. Umso erfreulicher, dass Christian Poltéra mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin jetzt diesen Schatz aus dem Spätwerk des Komponisten mit einer klanglich hervorragenden Aufnahme hebt.

In der Schublade

Auch bei Bohuslav Martinů musste dessen zweites Cellokonzert in der Gunst der Interpreten und beim Publikum lange hinter seinem ersten Konzert zurückstehen. Die Gründe liegen hier allerdings eher in den historischen Umständen: Martinů hat dieses Konzert 1945 geschrieben und wollte es zur Uraufführung gern in die Hände eines prominenten Cellisten der damaligen Zeit geben. Aber der diesbezügliche Brief an den großen Gregor Piatigorsky ist seinerzeit vermutlich nicht angekommen. Martinů hat vergeblich auf eine Antwort gewartet und das Werk dann einfach "in der Schublade" ruhen lassen. Erst 1965, sechs Jahre nach Martinůs Tod, wurde sein Cellokonzert Nr. 2 dann uraufgeführt.

Hell und Dunkel

Ein wesentlicher klanglicher Unterschied zwischen den beiden Konzerten offenbart sich, wenn man den Beginn des jeweils ersten Satzes vergleicht: Martinů hat für sein Konzert ein helles, freundliches, pastoral anmutendes Thema erdacht, bei Schostakowitsch hingegen klingt das Cello tief und gediegen, ein Klang, den der Solist ganz offenkundig genießt und mit seinem berühmten Instrument - dem "Mara", gebaut 1711 von Antonio Stradivari - immer wieder atemberaubend gestaltet.

Präzision und Klang

Im Zusammenspielt mit dem Solisten glänzt das Deutsche Symphonie-Orchester unter der Leitung von Gilbert Vaga mit  rhythmischer und klanglicher Präzision. Aufgenommen wurde die CD in der Berliner Jesus-Christus-Kirche, die sich einmal mehr als vorzüglicher Aufnahmeort erweist.

Hans Ackermann, kulturradio

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