Fuga Magna © CAVI | Montage: rbb
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Kammermusik - "Fuga Magna"

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Eine Reise durch das Reich der kontrapunktischen Fugen, mit frühen Werken von Valentin Hausmann bis zur "Grossen Fuge" aus dem Spätwerk von Ludwig van Beethoven.

Königsdisziplin

Unabhängige Stimmen nach bestimmten Regeln kunstvoll miteinander in Beziehung zu setzen, darum geht beim Schreiben einer Fuge. Die dazugehörige Kompositionstechnik, der Kontrapunkt, der in der Renaissance entsteht und im Barock seinen Höhepunkt erreicht, gilt nach wie vor als Königsdisziplin des Komponierens.

Kunst der Fuge

Mit vergleichsweise kargen Tönen beginnt das Armida Quartett - 2006 aus Studierenden der beiden Berliner Musikhochschulen gegründet - einen faszinierenden Rundgang durch das Reich der Fuge.  "Fuga prima" und "Fuga seconda" von Valentin Hausmann sind die ersten gedruckten Zeugnisse einer Kompositionstechnik, die dann bei Johann Sebastian Bach 1751 in der "Kunst der Fuge" ihren Höhepunkt erreicht. 

Einfach Musik

Drei der von Johann Sebastian Bach "Contrapuntcus" genannten polyphonen Meisterwerke sind auf dem Album enthalten,  darunter auch der "Contrapunctus 11", eine höchst komplexe Fuge mit zwei Themen, bei deren Verarbeitung der Thomaskantor alle Register seiner Kunst des Tonsetzens gezogen hat.

Hochkonzentriert, klanglich ausgewogen, jede Stimme detailliert herausarbeitend spielt das Armida Quartett diese höchst komplexe klangliche Konstruktion,  die bei allem musiktheoretischen Hintergrund am Ende herrlichen sinnlichen Genuss bereitet - einfach Musik, obwohl alles andere als einfach!

Phantasie

Wie erfolgreich Johann Sebastian Bach diese Kunst an einen seiner Meisterschüler weitergegeben hat, zeigt sich in der "Sonate in c-moll" von Johann Gottlieb Goldberg. In der gleichen Tonart, aber mit gänzlich anderem Gestus begegnet uns dann "Adagio und Fuge c-moll" von Wolfgang Amadeus Mozart, bevor Beethovens "Große Fuge B-Dur op. 133" das Album mit dem hervorragend gespielten Höhepunkt beendet.

Musikhistorisch wird in dieser vorzüglichen, mit Erläuterungen von Reinhard Goebel versehenen, Aufnahme der Beweis erbracht, dass die Fugentechnik auch nach Johann Sebastian Bach - und vermutlich bis in alle Ewigkeit - Berücksichtigung finden wird. Vorzugsweise in Kombination mit neuen Klängen:

"Eine Fuge zu machen ist keine Kunst, ich habe deren zu Dutzenden in meiner Studienzeit gemacht. Aber die Phantasie will auch ihr Recht behaupten!" 
(Ludwig van Beethoven)

Hans Ackermann, kulturradio

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