Hanns Eisler Hangmen Also Die
Bild: Capriccio

So klingt Berlin - Hanns Eisler: "Hangman also die"

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Wenn Berlin einen speziellen Klang haben sollte, dann müsste er wohl auch auf CDs wiederzufinden sein. Die Frage ist nur, was drauf ist auf diesen CDs?

Zum "Berliner Klang" – Thema des Tages im Kulturradio – gehören jene zeitgenössischen Werke, welche die Straßen-Geräuschkulisse am Besten einfangen (wie die "Messagesquisse" von Pierre Boulez) und ebenso jene Werke, die in Berliner Archiven und Bibliotheken mehr einstauben als dass sie aufgeführt würden. Es zählen aber auch jene Komponisten und Orchester mit dazu, die das Berliner Klangleben am nachhaltigsten prägen.

Nach den Berliner Philharmonikern ist das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) das für etliche Kritiker (auch für mich) zweitbeste Orchester von Berlin. Mit Hanns Eisler haben Sie sich auf ihrer neuen CD einem in Berlin tätigen (und aus Berlin zwischenzeitlich vertriebenen) Komponisten gewidmet, der – indem nach ihm eine Musik-Hochschule benannt ist – sogar namentlich für den Berliner Klangnachwuchs sorgt.

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin; © Molina Visuals
Bild: © Molina Visuals

Neben der "Kleinen Sinfonie" und der "Hörfleißübung" (beide aus den frühen 30er Jahren) stehen drei Filmmusiken im Mittelpunkt, die Eisler während des amerikanischen Exils in Los Angeles schrieb: "The 400 Millionen" (ein Dokumentarfilm über den chinesisch-japanischen Krieg), "The Grapes of Wrath" von John Ford sowie "Hangman also die", Fritz Langs Hollywood-Film über die Folgen des Attentats auf den Reichsprotektor Heydrich 1943 in Prag.

Dem Filmmusikgenre wird unter Leitung von Johannes Kalitzke mit seltener Klang-Seriösität und Raffinesse gehuldigt. Es ist eine der wohl hochkarätigsten Filmmusik-CDs überhaupt. So gelingt eine paradoxe, historisch ambivalente Berlin-CD. Denn: Dass der "Klang von Berlin" einfach schön sein müsse (oder könne), damit wird ja ohnehin niemand gerechnet haben.

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

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