"Schubert. Arias & Overtures"
Bild: deutsche harmonia mundi, Montage: rbb

Oper - Franz Schubert: Arias & Overtures

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Auf seiner neuesten (stets im Jahresrhythmus realisierten) CD widmet sich der deutsche Tenor Daniel Behle gänzlich Ausgefallenem: Opern-Arien von Franz Schubert.

Zwar hat es an Versuchen, diese wiederzuleben, nicht gefehlt (besonders von Seiten von Nikolaus Harnoncourt und auch Claudio Abbado). Dass ein Sänger ein ganzes Arien-Album mit Ausschnitten aus "Fierrabras", "Alfonso und Estrella", der "Zauberharfe" und "Claudine von Villa Bella", aber sogar aus "Die Freunde von Salamanka", "Adrast", "Lazarus” und "Das Zauberglöckchen" füllt, muss dennoch als todesmutig gelobt werden. Es ist Behles bislang wichtigste – und auch schönste CD.

Leicht kehliges Timbre

Ich verhehle nicht, dass ich den Tenor seines leicht kehligen Timbres wegen bislang nicht zur ersten Reihe der Weltklasse-Sänger zählte; und zwar trotz prestigereicher Mitwirkung etwa in René Jacobs’ "Zauberflöte". Parallel zu seinen Lieder-CDs hat sich seine Bühnenkarriere indes sehr gut entwickelt (ausgezeichnet etwa sein Matteo in "Arabella" unter Christian Thielemann).

Bei Schubert wiederum – auf den grünen Fluren beseelter Herzensergießungen – ist er durch Ortskenntnisse so sehr idiomatisch im Vorteil, der ihm dies höchstens durch, sagen wir mal: Fritz Wunderlich oder Peter Schreier streitig gemacht werden könnte; die aber haben sich mit diesem Repertoire nicht befasst.

Der Schubert-Funke möge überspringen

So trifft Behle den Feitertagston der Liebe, dessen sich Schubert hier befleißigt, vorbildlich schön. Die CD ist so gut geraten – und hat einen solchen Pionierstatus –, dass wir Behle dafür sogar sein letztes, lokalpatriotisches Album "Mein Hamburg" verzeihen wollen – und die Duett-CD mit seiner Mutter, der Sängerin Renate Behle, auch.

Hoffentlich wird der Schubert-Funke auch auf den Opernbetrieb überspringen, der den romantischen Stoffen dieser Werke bislang absolut ratlos gegenübersteht; was sich mit der ingeniösen Melodienkraft dieser Werke jedenfalls nicht begründen lässt. Auch das Orfeo-Barockorchester – neben dem Concentus Musicus das wichtigste Alte Musik-Ensemble in Österreich – ist vortrefflich.

Kai Luehrs-Kaiser, kulturradio

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