Franz Schubert: Nachtgesang
Bild: harmonia mundi

Chormusik - Franz Schubert: Nachtgesang

Bewertung:

Eine sehr gelungene CD, die zu Recht als Goldlabel herausgegeben wurde.

Die CD "Nachtgesang", auf der der Rias-Kammerchor unter der Leitung von Marcus Creed und zusammen mit Birgit Remmert, Mezzosopran, Werner Güra, Tenor, Philip Mayers, Hammerklavier sowie dem Scharoun Ensemble Lieder von Franz Schubert singt, ist nunmehr als Gold-CD veröffentlicht worden.

Mehr als Gelegenheitswerke

Auf dieser CD wurden Lieder zusammengefasst, die die Gefühle der Nacht, wie Furcht, Liebeskummer, Todesangst, oder die Vorstellung, dass in der Nacht Geister unterwegs sind, besingen.

Schubert hat ja über 130 Chorwerke geschrieben, die aber hinter seinem Liedschaffen zurückstehen. Und viele seiner Chorlieder haben ihn gar nicht überlebt und sind mit seinem frühen Tod in Vergessenheit geraten. Ein Hauptgrund dafür ist, dass Schubert selber seine Chorlieder nicht geschätzt hat, denn sie waren meist "nur" Gelegenheitswerke.

Doch sie sind fantasievoll, tiefsinnig und gefühlsstark komponiert und sprechen uns auch heute noch an.

Einzigartiger Chorklang

Das zeigt diese sehr gelungen CD, die man wegen ihrer vielfältigen Besetzung besonders gut durchhören kann. Hier wechseln sich Männerchöre mit und ohne Begleitung mit Liedern in gemischter oder Frauenchor-Besetzung – ebenfalls mit und ohne Begleitung – ab. Dazu kommen noch zwei Solisten, die bei mehreren Liedern beteiligt sind.

Vor allem aber kann man sich hier des einzigartigen, transparenten Chorklanges erfreuen, der jedes Lied wie eine Kostbarkeit zum Leuchten bringt.

Der Chor gehörte schon zur Zeit der Aufnahmen (Ende der 1990-iger Jahre) zu den führenden Kammerchören – und besticht auch bei diesen Nachtliedern durch seine Homogenität, seine Gestaltungskraft, seine Diktion usw., auch wenn man diese Interpretationen 20 Jahre später wieder hört.

Auch die beiden Solisten binden sich klanglich ein, ebenso wie die begleitenden Interpreten, die dem Chor auf gleicher Stufe gegenüber stehen. Fazit: Es ist eine sehr gelungene CD, die zu Recht als Goldlabel herausgegeben wurde!

Astrid Belschner, kulturradio

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