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Klavier - "turning point"

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Aufgewachsen im äußersten Nordosten von Russland, ist Ekaterina Litvintseva zum Studium erst nach Moskau, dann nach Köln und Würzburg gezogen. Mitgenommen hat sie dabei immer ihre Liebe zur Musik von Sergej Rachmaninow. Auf ihrer zweiten Rachmaninow-CD verbindet sie frühe Salonstücke mit späteren Variationen.

Ein besonderes Interesse hat Ekaterina Litvintseva am Frühwerk von Rachmaninow, das bisher noch nicht so oft gespielt wurde. Bei den Salonstücken op. 10 von 1894 bezieht sich der Komponist deutlich auf Chopin. So schreibt er neben einem Nocturne und einem Walzer auch eine Mazurka. Der Reiz liegt dabei nicht so sehr in der Stilkopie als in den feinen Abweichungen von klassischen Mustern, kurz vor dem Anbruch der Moderne. Bei seinen fast zehn Jahre später entstandenen Chopin-Variationen erprobt er vielfältige Satz- und Ausdrucksformen und exploriert geradezu etüdenhaft den Klangraum des Klaviers.

Wohldurchdacht

Die 30-jährige Pianistin sagt von sich selbst, dass sie die emotionale russische Schule mit der deutschen Genauigkeit verbindet. Und tatsächlich erscheint ihr Rachmaninow als klar konturierter, lediglich im Inneren glühender Charakter. Ihre Expressivität äußert sich in der mikroskopischen Tempogestaltung, während sie jeden Pedalnebel vermeidet und eine klare Dramaturgie entwickelt. Die Gegenüberstellung der beiden Zyklen ist wohldurchdacht und zeigt zwei noch immer zu wenig bekannte Seiten Rachmaninows.

Dirk Hühner, kulturradio

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